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[Bevor]zugung des Lokomotivenbaues unter seinem Enkel Oskar, der seit 1866 in dem größeren Staatswesen freie Bahn zur Betätigung der Leistungsfähigkeit erhielt, der im Oberpräsidenten von Möller einen verständnisvollen Förderer, im preußischen Minister (besonders seit 1872) einen geneigten Käufer fand. Wenn Oskar Henschel daneben schon die weitsichtige und hochherzige Fürsorge für die Wohlfahrt der Beamten und Arbeiter ins Leben setzte, welche, den gleichen staatlichen Bestrebungen voraneilend, den besonderen Ehrenschild des Hauses ausmacht, so ist nach seinem frühen Tode gerade auf diesem Gebiete durch Fürsorge für billige Wohnungen, für Krankenpflege, für Unterstützung Invalider und Notleidender, für geistige und wirtschaftliche Ausbildung der Angehörigen, wie für ihr körperliches und geistiges Behagen mit unermüdlicher Fürsorge seine Witwe Sophie Henschel eingetreten. Sie hatte einige Jahre (1893 — 96) die Verwaltung des Erbes in Händen, ehe der gegenwärtige Inhaber Karl Henschel herangereift war. Unter ihm hat in einer Zeit rapider Entwickelung deutscher Industrie und deutschen Handels das Haus Henschel durch außerordentliche Erweiterung der Werke von Kassel und Rothenditmold mit verdreifachter Arbeiterzahl und durch Erwerbung der Henrichshütte im Kuhrtal, deren Arbeiterzahl in ähnlichem Verhältnis gesteigert wurde, in kühnem Aufschwung eine Höhe erreicht, die es an die Spitze der etwa 20 europäischen Lokomotivenfabriken stellt und alle Länder der Welt mit Ausnahme der Vereinigten Staaten Amerikas und Großbritanniens zu seinen Abnehmern gemacht hat. Die Fabrik erzeugt jetzt in einem Jahre 800 Vollbahn-Lokomotiven. Bei dem vorjährigen Jubiläum hat sie den früheren Stiftungen neue in Höhe von nahezu einer Million Mark hinzugefügt. — Archivar Rosenfeld dankte dem Redner, daß er die Mitglieder mit einem wirtschaftsgeschichtlich so bedeutungsvollen Unternehmen näher bekannt gemacht habe.

 

8. In der Sitzung vom 4. April sprach Pfarrer emer. Heldmann über „Landgraf Moritz und die Einführung der Verbesserungspunkte“.

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