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Den Anlaß zur Behandlung des kirchengeschichtlich und für die sehr problematische Beurteilung des Landgrafen Moritz überaus wichtigen Themas bot dem Redner das Erscheinen einer Marburger Dissertation, deren Entstehung der Vortragende selbst angeregt hat: Ernst Hofsommer, die kirchlichen Verbesserungspunkte des Landgrafen Moritz des Gelehrten von Hessen (199 S., 1910). Der Vortragende erörterte in zwangloser Form einzelne Punkte des Versuchs, den ein calvinisch gesinnter selbtherrlieher Fürst zu Anfang des 17. Jahrh. in einer Zeit des starren Konfessionalismus machte, gewisse religiöse Anschauungen und Gebräuche (die 3 (4) „Verbesserungspunkte“) in allen seiner Herrschaft unterworfenen Landesteilen einzuführen; das Unternehmen war um so dornenvoller, als die Anschauungen des Landgrafen dem strengen Luthertum der Universität Marburg, des Adels der Werralandschaft und allenthalben zahlreicher Geistlichen entschieden widersprachen und zum mindesten den Verzicht auf die Vertretung entgegenstehender Meinungen forderten. Ihre Aufnötigung wurde von Pfarrern und Gemeinden als unerträglicher Gewissenszwang empfunden und vielfältig mit Aufgabe des Pfarramtes beantwortet. Das Unternehmen des Landgrafen hatte politisch verhängnisvolle Folgen, weil sich damit entsprechend dem Testament des 1604 kinderlos verstorbenen lutherisch gesinnten Landgrafen Ludwig IV. von Marburg für Moritz die Gefahr verband, seinen Anteil an der Beerbung des Oheims, in erster Linie Marburg, an den Vetter Landgraf Ludwig V. von Darmstadt zu verlieren. — 1849 hatte Heinr. Heppe, der Marburger Theologe, eine grundlegende Schrift über die Verbesserungspunkte erscheinen lassen, A. Vilmar, A. Heldmann, W. Diehl, K. Harräus haben weitere Beiträge geliefert, Hofsommer will seine Forschungen zu einem Buche ausbauen, das über das Jahr 1607, die Zeitgrenze der Dissertation hinaus die weitere Entwicklung der Frage bis zum Tode des Landgrafen Moritz im Jahre 1627 verfolgen soll. — Eine merkwürdige Erscheinung in der von Moritz angefachten Bewegung ist Christian Zindel, Superintendent der Diözese Rheinfels-St. Goar gebürtig

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