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hatte. In reformatorischer Zeit vernachlässigt, mußte die Kapelle im Jahre 1568 auf Befehl Landgraf Ludwigs zwei Glocken nach Marburg abgeben. Aus dem Jahre 1826 ist uns eine Schilderung des seit längerer Zeit eingerissenen Verfalls der Kapelle erhalten, er setzte sich fort und trotz eines „Hilferufs an die Manen Konrads von Marburg“, der 1869 in der „Oberhess. Zeitung“ zur Erhaltung und Pflege der vorhandenen Trümmer aufforderte, geschah nichts. Erst wenige Jahre vorher (1864) war die ganz vergessene Bedeutung der Kapelle durch das Verdienst des damals noch sehr jugendlichen Gr. Frh. Schenck's zu Schweinsberg festgestellt worden. Dem Andenken Konrads von Marburg die Kapelle zu widmen, hatten die Brüder vom deutschen Hause Veranlassung, insofern Konrad der Beschützer Elisabeths und ihres Hospitals gewesen war — auf der Verehrung Elisabeths aber beruhte zunächst die Bedeutung des Marburger Deutschordenshauses. Auch zur allgemeinen Würdigung Konrads insbesondere als Beraters Elisabeths und als Ketzermeisters gab Professor Wenck einige Ausführungen, welche diesen gelehrten und beredten Sohn eines Marburger Rittergeschlechts zwar als einen Mann von uns Modernen fremder Gesinnung und rauher strenger Art, aber doch auch als klugen und glücklichen Ratgeber, als uneigennützigen, überzeugungstreuen Vertreter kirchlicher Anschauungen erkennen ließen. Für seine erbarmungslose Durchführung der päpstlichen Verordnungen zur Verfolgung der Ketzer in den Jahren 1231—33 ist in erster Linie Papst Gregor IX. verantwortlich, aber auch dieser große Hiernach hat so manche menschlich einnehmende Züge, und wie neben Konrad von Marburg die Lichtgestalt Elisabeths steht, die sich ihm, dem Vertrauensmann auch ihres Gatten, willig unterordnete, so steht neben Ugolino von Ostia, dem späteren Papst Gregor IX. als sein ergebener Freund der liebenswerte Heilige von Assisi Franziskus. Konrad hat das Blutvergießen, das er hervorrief, um die Reinheit des Glaubens zu wahren, büßen müssen mit dem Tod, den von ihm verketzerte Herren von Dernbach ihm und seinem Begleiter am 30. Juli 1233 auf der Landstraße bereiteten.
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