vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite
 
 

..

— 93 —

 

[band]keramischen Gruppen zu einander sind diese Grabungen von der größten Bedeutung.

 

Im Anschluß an die Rüdigheimer Grabungen wurden die Abhänge des Vogelsberges in den Gemarkungen Ravolzhausen, Bruderdiebacherhof, Hüttengesäß, sowie im Kinzigtal Langendiebach abgesucht und überall, soweit der Löß reicht, Spuren neolithischer Besiedelung mit Bandkeramik gefunden. Auch in der Gemarkung Langeriselbold fanden sich solche, während auf den waldigen Bergkuppen und -rücken teils früher (auf dem Rötelberg), teils neuerdings (auf der Abtshecke) Grabhügel mit schnurkeramischen Beigaben gefunden sind, die letzteren von Prinz Alfons von Isenburg, Rektor Maidfeld und Kuratus Engels.

 

Wie im Jahre 1908/09 am „Einsiedler“ an der Grenze der Gemarkung Windecken gegen Eichen und Heldenbergen, so wurden in diesem Sommer auf dem „Teufelskopf“ bei Rüdigheim und im Herrenwald von Windecken nahe dem genannten „Einsiedler“ megalithische Steinsetzungen mit geringen prähistorischen Scherben und noch unbedeutenderen Knochenresten uni ersucht und aufgenommen. Besonders bemerkenswert ist es, daß wie am „Einsiedler“ so auch am „Teufelskopf“ in die Steinsetzungen und mit ihrer Benutzung Trockenmauern hineingebaut waren, neben welchen sich römische Scherben fanden. Es scheint, daß in der Zeit der römischen Herrschaft hier halb-romanisiertes Volk sich nahe den römischen Landgütern, deren Reste wir draußen im fruchtbaren Ackerlande finden, an entlegenen und unheimlichen Stätten niedergelassen hätte.

 

Bei der Wichtigkeit des Nachweises megalithischer Gräber, die man bisher auf Norddeutschland beschränkt geglaubt hat. wäre es besonders wichtig, an der Hand gefundener Gefäße oder Scherben die Zeit genauer bestimmen zu können, aus der sie stammen. Dazu genügen die bisher gefundenen keramischen Reste noch nicht vollständig. Umsomehr empfiehlt es sich, eine besonders große Gruppe solcher Findlinge, die an der Nordgrenze des Eichener Waldes liegt und noch unberührt zu sein scheint, zu untersuchen.“

 

..