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mehrere Perioden handelte, war der Untersuchung die Aufgabe gestellt, auf alle Anhaltspunkte zu achten, die eine Scheidung dieser Perioden und eine Bestimmung der zeitlichen Aufeinanderfolge ermöglichten. In dieser Beziehung mußte die neue Beobachtung von Bedeutung sein. Denn es ist klar, daß Löcher, die erst sehr tief zum Vorschein kommen, zu Anlagen gehört haben, die sicher älter sind als die Bauten, deren Pfostenspuren unmittelbar unter dem Humus erscheinen. Wenn sich natürlich namentlich für die mittleren Schichten Fälle denken lassen, in denen dies Unterscheidungsmerkmal nicht mehr Stich hält, so durfte doch auf keinen Fall für die weitere Untersuchung diese Beobachtung vernachlässigt werden.

 

Es wurde sodann die alte Fläche vergrößert: in zuvorkommender Weise war auf unseren Wunsch von der Gemeinde Niedenstein ein größeres Areal abgeholzt worden. Die Zahl der auf der alten und der neuen Fläche aufgedeckten Pfostenlöcher beträgt weit über 200. Über die verschiedenen Arten der Pfosten, ihren Umfang, Tiefe, Einsetzung, Befestigung und die Art ihrer Vernichtung — durch Feuer oder Vermoderung — wird zweckmäßig in einem späteren Berichte nach Erweiterung unserer Erfahrung zusammenfassend zu sprechen sein. Nur einige besondere Feststellungen müssen schon hier erwähnt werden.

 

Neben den Pfostenlöchern wurden häufig kleine Steinlager gefunden, die mit den Häusern in Zusammenhang gestanden haben können. In der Höhe des alten Bodens waren Steine zu einem ebenen Lager von ca. ½ m Durchmesser zusammengelegt. Brandspuren auf ihnen sind nicht konstatiert. Es ist möglich, daß sie eine Unterlage für einen Pfosten gebildet haben.

 

Merkwürdiger war eine andere Gruppe von Funden. Ebenfalls in Höhe der alten Oberfläche erschienen beträchtliche Haufen feuerrot gebrannten Stakenlehms. Aber diese Masse zeigte festen Verband und ließ sich mit Leichtigkeit aus dem Erdreich herausschälen. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß es sich nicht um zufällig aufgehäuftes Material, sondern um absichtliche Gebilde handelte. Es waren festgestampfte

 

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