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Ein vollständig erhaltenes Exemplar aus Böhmen (Pic-Dechelette, Le Hradischt de Stradonitz, S. 58, Fig. 7), das im ersten Bericht schon angeführt war, giebt über die Form und Verwendung Auf Schluß. Die flache Scheibe, die bis zu Dreiviertel ihrer Höhe ein Spiralornament in Durchbruchsarbeit zeigt, ist von einem dünnen Reif umgeben, der mit Nieten mit gekerbten Köpfen an der Scheibe gehalten wird. Das aufgelegte Stäbchen in der Mitte war mit drei Nieten an den Rändern und in der Mitte (dieser Niet noch erhalten) befestigt. Oben hing die Scheibe an einem Ringe. Es ist ein Hängeschmuck. Die Spiralornamentik ist reicher wie auf dem anderen und auf dem böhmischen Exemplar. Interessant ist die Lösung der Füllung des Zwickels unten mit einem triquetr a artigen Motiv.

 

Eine eingehende Besprechung verdient der Stein, den wir T. I und II und Abb. 4 abbilden. Der Stein ist am Abhänge des Dornköpfchens in Schnitt C 5 gefunden. Er lag zerbrochen in der heutigen Humusschicht, mit seiner gewölbten Unterseite unmittelbar auf der alten Bodenfläche. Er gehört also in die Zeit der chattischen Besiedelung der Burg. Die Stücke lagen beieinander. Der Stein ist also erst zertrümmert, als er auf dem Boden lag, und bei der Dicke des Steins kann die Zerstörung nur absichtlich erfolgt sein. In der näheren Umgebung findet sich nichts, was auf eine Aufstellung des Steins dort hinweist; auch ein Haus hat sicher nicht dort gestanden. Der Stein wird von oben, von der Terrasse des Dornköpfchens, herabgekommen sein, wo ich in Schnitt C 6 einen Häuserkomplex angeschnitten habe. Eine genaue Durchsuchung des Erdreichs hat den Stein aus 7 größeren Stücken und mehreren kleinen Brocken fast ganz wieder zusammen finden lassen. Er ist wieder zusammengesetzt und bietet sich so dar, wie ihn die Abbildungen zeigen. Das Material ist roter Sandstein. Die Länge beträgt 52 ein, die Breite 30 cm, die Dicke an der unteren Kante 10 cm, an der oberen 20 cm. Die eine Seite ist glatt, vielleicht künstlich geglättet, die entgegengesetzte leicht gewölbt. Was dem Stein hohe Bedeutung verleiht, ist. daß unverkennbare Zeichen auf ihm angebracht sind.

 

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