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dort gewirkt haben sollte und von dessen „eiserner Jungfrau“ schauerliche Beschreibungen unter der Kasseler Jugend umliefen. Gegen 150 Personen waren es, die zunächst auf der Bastion an der Fulda den Worten des Herrn Kunsthistorikers Wenzel lauschten, der hier einen kurzen Hinweis auf die von dieser Stelle aus zu übersehenden geringen Reste der Kasseler Festungswerke gab. Dann begab man sich (bequemer, als es uns in unserer Jugend geboten wurde,) durch eine alte, aber erst vor kurzem wieder eröffnete Tür in das Innere der Bastion (der sog. „Feme“), deren fackelbeleuchteter Kuppelraum gerade ausreichte, die Versammlung aufzunehmen. Hier berichtete nun Herr Wenzel über die Geschichte der Befestigung Kassels. Letztere bestand ursprünglich wie bei den meisten hessischen Städten in einer hohen, mit einem Wehrgang und mit Schießschlitzen für die Hakenschützen ver sehenen Mauer. 1498 begann man, das Schloß gegen Geschützfeuer zu befestigen. Die Bastion, die bei einem Durchmesser von 27 m Mauern von 9,35 m Dicke besitzt, war damals schon vorhanden. Philipp der Großmütige setzte den Umbau der Befestigung fort, wobei die Steine der auf dem jetzigen Marställer platz befindlichen alten Stadtkirche, der Cyriakuskirche , Verwendung fanden. 1541 bis 1547 wurden die Be festigungen mit großen Kosten verstärkt. Man war damit noch nicht fertig, als die Kapitulation von Halle die Schleifung der Festungswerke forderte. Damit kam man freilich auch nicht zu Ende, und Philipp der Großmütige nahm nach seiner Rückkehr aus der Kustodie die Befestigung seiner Hauptstadt alsbald wieder auf, die von seinem Sohne Wilhelm dem Weisen vollendet wurde. 1571 begann man mit dem Umbau der Bastionen, deren 7 neue entstanden, zu denen im 17. Jahrhundert hochgelegene Ravelins kamen. Die Bastionen waren durch einen Erdwall mit gemauertem Fuß verbunden. 1767 begann dann Friedrich II. mit der Niederlegung der Festungswerke, nach deren Be endigung 1782 eine Mauer um die Stadt angelegt wurde, die aber nur polizeilichen und steuerlichen Zwecken diente.

 

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