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— 50 — landgräflichen Wäldern, z. B. dem Lahnberg, umfaßt sie etwa das ganze Gebiet von Kirchhain bis Lohra und Weitershausen einerseits und von Mellnau bis Fronhausen a. Lahn andererseits. Dazu gehörte noch die Jagd in und bei Rosenthal. Der eigene Waldbesitz des Ordens, 2700 Morgen, war fast nur von Buchen, Eichen und zahlreichen Birken bestanden; Tannen gab es kaum, so daß unsere Gegend damals einen ganz anderen Anblick geboten haben muß wie [als] heute. An Wildarten kommen noch Rot-, Dam- und Schwarzwild sehr zahlreich vor; von ersteren wurden z. B. 1629 allein in der Oberförsterei Marburg 160 Hirsche und über 400 Tiere und Kälber bestätigt. Dieser Wildbestand wurde durch den Krieg fast vollständig ver nichtet (die Not kennt kein Gebot und machte bei den Menschen auch keine Schonzeit), und erst gegen Ende des Jahrhunderts war er wieder auf seiner alten Höhe. Von Raubwild kam der Wolf noch häufig vor. Der Vortragende besprach dann die aus den Schußbüchern des Ordens hervorgehenden geringen Jagdresultate trotz des riesigen Reviers, das Fehlen jeder Schonung, die Jagdsitten, Jagdarten, Wilddiebstähle, Dienste, Lohn und Rechte der Jagdbeamten, Verwertung des Wildes und die Waldwirtschaft des Ordens, der außer guten Mastgeldern erhebliche Einnahmen aus Holz verkauf hatte und daneben den ganzen Holzbedarf des Deutschen Hauses und seiner Höfe aus dem eigenen Walde deckte; er erwähnte bei der Gelegenheit, daß auch der Orden sich von den bedauerlichen Hexen prozessen nicht fernhielt und Holz zur Hinrichtung „zauberischer Personen“ fällen ließ. Der Vorsitzende, Archivar Rosenfeld, dankte dem Vortragenden für seine reichhaltigen Mitteilungen und berührte einige besondere Punkte. An den weiteren Erörterungen nahmen teil die Herren Wenck , von Geyso, von Malsburg, Rosenfeld, Strippe 1. Diese bewegten sich um die Frage, was von dem Eindruck des 30jährigen Krieges auf die wirtschaftlichen Ver hältnisse Hessens zu halten sei, insbesondere im Hin blick auf die neuerdings mehrfach hervorgetretene Anschauung, daß dieser wirtschaftliche Rückgang über- [überschätzt]
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