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― 52 — davon Mitteilung zu machen. Er erklärte, die Sache „erledigen“ zu wollen, hat jedoch offenbar dann den Ankauf unterlassen. Ein Kupferbeil, das jetzt mit genannt wird, befand sich nicht unter den im vorigen Sommer vorgelegten Gegenständen. — Hierauf hielt Professor Georg Thiele den zugesagten Vortrag: „Domitian und die Chatten“. Die Chatten, deren Zusammenhang mit den Hessen ebensowenig zu bezweifeln ist, wie ihr teilweises Aufgehen im Frankenstamm zur Zeit der Völkerwanderung, haben früh Neigung zur Expansion gezeigt, sodaß die überlieferte Abzweigung der Bataver aus ihnen glaublich erscheint, während man die im Nassauischen früh durch die Römer zivilisierten Mattiaken , in deren Namen der des chattischen Hauptortes Mattium (Metze) mit einer keltischen Endung verbunden vorliegt, mit Sicherheit als Chatten ansehen kann. — Seit den Feldzügen unter Augustus haben die Chatten den Römern, trotz eigener Fehden mit den Cheruskern und Hermunduren , der Besetzung des rechtsrheinischen Gebietes Schwierigkeiten bereitet. Erst die Dynastie der Flavier hat, nachdem im Jahre 69 Chatten, Mattiaken und Usiper Mainz belagerten, die Okku pation der Wetterau energisch durchgesetzt im Zu sammenhang mit der Besiedelung und Eingrenzung des sogenannten, Baden und einen Teil Württembergs umfassenden Dekumatenlandes . Die entscheidende Unternehmung gegen die Chatten war der Angriffskrieg des Kaisers Domitianus im Jahre 83. Ihre richtige Würdigung ist erst in den beiden letzten Jahrzehnten möglich geworden durch eine Kritik der tendenziös entstellten Berichte der antiken Historiker über jenen Kaiser, zweitens durch die Ergebnisse der durch die glänzenden Forschungen von Wolff, Ritterling u. a. erläuterten Ausgrabungen der Limes-Kastelle. Die Unterschätzung der Regierung Domitians , die noch heute nicht überall einer objektiven Würdigung ge wichen ist, geht zurück auf die Opposition der sena torischen Kreise Roms, welche den absolutistischen Tendenzen und dem zum Teil rigorosen, von Eitelkeit und Hochmut begleiteten, aber im ganzen zweck- [zweckmäßigen]
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