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— 53 — mäßigen [zweckmäßigen] und segensreichen Regiment des Monarchen eine häßliche Verkleinerung seiner Taten entgegensetzten. Gerade der Chattenkrieg wird in unseren Quellen, selbst bei Tacitus, als eine Art militärischer Komödie hingestellt, wie sie vermutlich Caligula am Rhein aufgeführt hatte. Daß vielmehr dieser Feldzug ein planmäßig angelegtes Unternehmen war, beweist die durch die Zeugnisse der Ausgrabungen (Ziegels tempel, Münzen u.s.w.) für diese Zeit erwiesene Zu sammenziehung von Truppenkörpern in der Wetterau, die sonst in Straßburg, Vindonissa , am Niederrhein und Britannien stationiert waren. Zwar sind in dem Kriege keine großen Schlachten geschlagen worden, aber die Eroberung von Ringwällen ist bezeugt, besonders aber auch verwickelte Waldgefechte. Auf die Niederwerfung eines Teiles der Chatten folgte die Anlage einer Reihe von Kastellen der Wetterau, wie Iberg , Okarben , Kesselstadt u. s. w., deren Ausgrabung ergeben hat, daß an ihrer Anlegung eben jene für den Chattenkrieg zusammengezogenen Truppen beschäftigt waren. Vor diesen Kastellen hat Domitian den in das Chattengebiet vorstoßenden Teil des Limes liegen lassen. Hierfür sind außer den Ausgrabungen die Angaben eines Strategemata (Kriegslisten) be titelten Werkes des Julius Frontinus , eines höheren Militärs der Domitianischen Zeit, beweisend. Er sagt ausdrücklich, daß Domitian 160 Kilometer lange „ limites “ zur Unterwerfung der Germanen anlegen ließ und daß er den Grund und Boden für die Kastelle den Eigen tümern in dem unterworfenen Gebiet bezahlte. Aus allem geht hervor, daß nicht nur Domitians Triumph über die Chatten verdient war, sondern auch, daß er Begründer der Limesbefestigungen gewesen ist, die er vermutlich durch eine vom Main aus nach den ins Dekumatenland geführte Linie erweiterte, Der Vortragende suchte die Idee des Limes auf Domitians eig enste Anregung zurückzuführen und mit der in allen seinen Maßnahmen erkennbaren Eigenart des Monarchen zu erklären. Der Erfolg gab ihm recht, da Hadrian den Limes erneuerte, die Chatten aber seit Domitian, wie es scheint, nicht mehr bedrohlich wurden. Der
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