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— 54 — Vortragende stützte sich auf eigens für diesen Zweck hergestellte Kartenskizzen und brachte manches Bilder material zur Anschauung. — Dem Dank für seine fesselnden und lehrreichen Ausführungen gab der Vorsitzende lebhaften Ausdruck, indem er auf den großen Reiz hinwies, welchen die Verbindung archäologischer Forschung und kritischer Verwertung der geschriebenen Überlieferung darbiete. — Geheimrat Hartwig warf die Frage auf, wie die eigentümliche Gestaltung der weit nach Norden vorspringenden römischen Grenzlinie in der Wetterau zu erklären sei und vermutete, daß die Fruchtbarkeit eben dieser Landschaft die Ausbuchtung veranlaßt habe. Ent weder diesen Grund oder die Möglichkeit, daß die Römer festhielten, soviel sie eben den Chatten abge nommen hatten, wollte Professor Thiele annehmen. Regierungs-Referendar a. D. Müller-Waegener legte eine archäologische Karte von Württemberg vor und führte die Erörterung auf die auch schon früher berührte Main und Donau verbindende Linie. Darin folgte ihm Privatdozent Dr. Stengel; es wurden die verschiedenen Meinungen über den Charakter des Limes, ob Grenzwehr (so: Professor Thiele nach den neuesten Ansichten) oder Grenzstraße (so: Mommsen ) besprochen. Zuletzt fragte noch Apotheker a. D. Strippel nach den Ausstrahlungen chattischer Siedlungen im Mosellande. Professor Wenck gab an, welche Anhaltspunkte dafür vorhanden seien.
5. In der zahlreich besuchten Sitzung vom 12. März 1912 berichtete der Vorsitzende Archivar Rosen feld zunächst, daß infolge der Besprechung in der letzten Sitzung und der bezüglichen Zeitungsnotiz nach träglich von Kirchhain aus zur Erwerbung der Rüdigheimer Funde nochmals die Hand geboten worden sei und sie nun wohl von dem Kasseler Landesmuseum erworben werden würden. Dann gab Professor Wenck eine Erklärung ab gegen eine im Februar an zahl reiche Mitglieder des Geschichtsvereins hier und in Kassel versandte Broschüre des Rektors W. Killmer in Großalmerode. Sie ist bestimmt, die kritische Un- [Unbefangenheit]
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