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befangenheit [Unbefangenheit] Wencks im Literaturteil der Vereins zeitschrift zu verdächtigen. K. hatte sich schon 1910 durch die Ablehnung seines größeren Buches „Hessen und das Reich“, die doch nach dem Urteil der Sachverständigen nicht nur völlig begründet, sondern nur zu milde war, so gereizt gefühlt, daß er bereits im Nov ember 1910 eine ähnliche Broschüre mit „offenem Brief in Prof. K. Wenck“ drucken ließ. Sie kam erst im Januar 1912 aus Freundeshand an Prof. W. Eine neue verschärfte Ausgabe im Februar 1912 herzustellen und vielfältig zu verbreiten, ohne sie als 2. Auflage zu be zeichnen, unternahm K., nachdem in der Zeitschrift von 1911 Aufsätze, die er im „Hessenland“ unter dem Titel „Hessen im germanischen Museum in Nürnberg“ hatte erscheinen lassen, eine schärfere Verurteilung er fahren hatten, weil ihr Verfasser damit aufs neue ein Gebiet betrat, auf dem er ohne fachmännische Schulung und die erforderlichen Sachkenntnisse nichts Nutzbringendes zu Tage fördern konnte. K. wiederholt jetzt den Versuch, für W.`s Beurteilung seiner Arbeiten, persönliche Beweggründe ausfindig zu machen und unternimmt es, sich an dessen Forschungen zu reiben, mit dem Erfolg, seine eigene Selbstüberschätzung und sein Unvermögen zur Behandlung wissenschaftlicher Fragen aufs deutlichste zu bekunden. Prof. Wenck konnte sich auf seine oft bewiesene Bereitwilligkeit, die Arbeiten der Geschichtsfreunde zu fördern, andrerseits auf seine Pflicht, notorisch Unwissenschaftliches als solches zu kennzeichnen, berufen. Er wird im nächsten Bande der Zeitschrift den Angriff K.`s soviel als wünschenswert, widerlegen. — Der Vorsitzende schlug vor, in keine Erörterung einzutreten, er gab der Überzeugung der Mitglieder Ausdruck, daß diese Angriffe in keiner Weise geeignet seien, an der Ge wissenhaftigkeit, mit der Prof. Wenck den Literatur teil redigiere Zweifel zu erwecken. — Es folgte der Vortrag des Archivar Dr. Rosenfeld über „Geheime Kanzleien und Kabinett in Hessen-Kassel“. Aus archivarischem Material des 16. bis 19. Jahrhun derts schöpfend behandelte der Vortragende dieses für Hessen noch kaum in Angriff genommene wichtige

 

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