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Bericht über die Arbeitsweise eines Heimatforschers, besonders über die Bergung der Bodenfunde gab. Die Tagung war verbunden mit einer Ausstellung über Heimatliteratur.

Zweite Tagung der Heimatforscher der Kreise Gelnhausen, Hanau, Schlüchtern und Büdingen

 

26.9.53   Vortrag Dr. Bauer-Dillenburg: Die Keramik des Mittelalters und ihre Bedeutung für die Heimatforschung
Gewerbeoberlehrer Nieß, Büdingen: Bericht über die Ausstellung mittelalterlicher Bodenfunde aus Büdingen und Umgebung.

Frey     

 

V. Hersfeld

Schon geraume Zeit waren Bestrebungen im Gange, den Hersfelder Geschichtsverein, der 1936 im Zug der politischen Gleichschaltung aufgelöst worden war, nach dem Kriege wieder ins Leben zu rufen, zumal die geschichtlich so bedeutende Vergangenheit der Stadt und ein lebendiges Interesse vieler alter und neuer Bürger danach drängte. Der Hessische Geschichtsverein, der seine Jahrestagung August 1952 in Bad Hersfeld abhielt, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Herrn Dr. Schoof über Hersfelder Straßennamen stand, ermunterte besonders dazu, die Wiedergründung vorzunehmen, und gab den letzten Anstoß. Am 24. 10. 1952 wurde in einer von etwa 50 Teilnehmern besuchten Versammlung einstimmig beschlossen, den Hersfelder Geschichtsverein im Sinne und nach der Tradition des früheren zu gründen als selbständigen Verein, der aber im Rahmen des Hessischen Geschichtsvereins stehend mit anderen Geschichtsvereinen Hessens anregende und tätige Verbindung halten will. So kann durch Eintritt in den Verein die einfache Mitgliedschaft im Hersfelder Geschichtsverein oder die Doppelmitgliedschaft im Hersfelder und Hessischen Geschichtsverein erworben werden.

Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 17 Einzelmitglieder, 51 Doppelmitglieder, l korporatives Mitglied.

Nach einer gewissen Zeit der Vorbereitung (Werbung, Ausarbeitung der Satzungen usw.) konnte dann 1953 versucht werden, an die Öffentlichkeit zu treten und mit den Aufgaben und Zielen des Hersfelder Geschichtsvereins bekannt zu machen. So sprach Herr Pfarrer Suhre (Bad Hersfeld) am 15. 4. 1953 über die neuen Ausgrabungsergebnisse in der Stadtkirche, wo bei Restaurierungsarbeiten nach dem Brand im März 1952 überraschend Gebäudeteile freigelegt worden waren, die auf ein höheres Alter des Kirchenbaues, als bisher vermutet wurde, schließen ließen. Der mit vielen Lichtbildern belebte Vortrag fand berechtigte Anerkennung bei den zahlreichen Hörern. An diesen verheißungsvollen Anfang der Tätigkeit des Vereins schloß sich dann ein sehr aufschlußreicher Bericht des jungen Marburger Forschers Dr. Großmann am 1. Juli 1953 an, der die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Untersuchungen über die Baugeschichte der Hersfelder Stiftskirche einem sehr interessierten Zuhörerkreis vorlegte. Der Termin, der unmittelbar vor den Hersfelder Festspielen lag, war, wie der starke Besuch zeigte, glücklich gewählt. Andere Veranstaltungen sind noch geplant, so gemeinsame Fahrten des Hersfelder Geschichtsvereins zu historisch bedeutsamen Punkten und Ausgrabungsstätten der näheren Umgebung. Besonders wurde die Herausgabe des von Herrn Schulrat Neuhaus fertiggestellten neuaufgelegten Buches „Geschichte Hersfelds“ in die Wege geleitet und die Ausbildung von Fremdenführern für die geschichtlichen Denkmäler der Stadt angeregt.

Der verdienstvolle frühere Leiter des Hersfelder Geschichtsvereins, Herr Oberstudiendirektor Dr. Schoof, wurde zum Ehrenvorsitzenden, die Herren Schulrat Neuhaus und Studienrat Dr. Hörle wurden wegen ihrer anerkannten Arbeiten zur Geschichte Hersfelds zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Der Hersfelder Geschichtsverein, der noch im Aufbau begriffen ist, hofft, durch seine weitere Arbeit und Veranstaltungen noch mehr Freunde und Mitglieder zu gewinnen.                                                                                Dr. Groscurth

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