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Gegen 18.45 Uhr schließt Dr. Demandt die Arbeitssitzung mit ausführlichem Dank an die Zweigvereine für die bisherige vorzügliche Mitarbeit. Der Erfolg der Arbeit zeigt sich insbesondere an den seit der letzten Jahreshauptversammlung in Homberg gestiegenen Mitgliederzahl.

Um 19.00 Uhr wurde der Hauptausschuß im Rathaussaal von Witzenhausen von Bürgermeister Rudolf Harberg namens der Stadt empfangen und in einer kurzen Begrüßungsansprache willkommen geheißen. Dr. Demandt sprach den Dank für den herzlichen Empfang aus. Die Mitglieder des Hauptausschusses trugen sich danach in das Gästebuch der Stadt Witzenhausen ein. Als Gastgeschenk ließ die Stadt allen Mitgliedern den Bildband „Witzenhausen. Die Blütenstadt im Werratal“ überreichen.

Am 23. Juni 1968 fanden von 8.30 Uhr an in Gruppen unter Führung unserer Witzenhäuser Mitglieder die Besichtigungen der historischen Sehenswürdigkeiten statt, an der sich die mit Bussen erschienenen Zweigvereine zahlreich beteiligten.

Um 10.15 Uhr traf sich alles zur öffentlichen Festsitzung im Hotel „Goldener Löwe“ am Markt. Nach dem Concerto grosso in B-Dur von Willem de Fesch hieß Dr. Demandt im vollbesetzten Saal des Hotels zunächst die geladenen Gäste und die Mitglieder herzlich willkommen. Worte der Begrüßung sprachen Regierungsdirektor Werner Diederich im Auftrage des Regierungspräsidenten in Kassel, Erster Kreisbeigeordneter Jehser im Namen des Landrats Wilhelm Brübach und Bürgermeister Harberg für die gastgebende Stadt Witzenhausen. Auf die Salzburger Symphonie Nr. l in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, folgte der Festvortrag von Bankdirektor Dr. jur. Gerhard Ziemer, Bad Godesberg, über das Thema: „Geschichte und Wesen der deutschen Jugendbewegung“. Der Vortragende umriß in 1½ stündigem Referat die Geschichte der um 1895 entstandenen Jugendbewegung und zeigte auf, daß sie in Lebensstil und Mode einen weitreichenden Einfluß auf das Werden der nachfolgenden Gesellschaftsformen ausgeübt habe. Die Führung der Jugendbewegung sei politisch pazifistisch gewesen. Sie habe als einzige 1914 den Kaiser in einem Telegramm gebeten, unter allen Umständen den Frieden zu bewahren und Europa vor einem Chaos zu retten. Nach dem 1. Weltkrieg fanden sich zwar die in der Jugendbewegung tätigen Kräfte wieder zusammen, soweit sie nicht gefallen waren, aber die Meißnerformel von 1913 vermochte die auseinanderstrebenden Teile in der bündischen Jugend nicht mehr zu vereinen. Nach dem Zerfall des Nationalsozialismus und dem Ende des 2. Weltkrieges hat die alte Form keine Erneuerung gefunden. Immerhin hat die einstige Jugendbewegung in Gesinnung und Gesittung zahlreiche Formen des politischen und gesellschaftlichen Lebensstils im 20. Jahrhundert mitgeprägt.

Dr. Demandt betonte deshalb in seinem Dank an den Referenten, daß die Geschichte uns eine Verantwortung für die Lösung der Gegenwarts- und der Zukunftsaufgaben auferlege. Das sei in Witzenhausen besonders augenfällig, weil die Stadt wie vor 700 Jahren als Grenzstadt vor ihrer Selbstbehauptung stehe.

Abschließend spielte der Instrumentalkreis Witzenhausen, der für die gesamte musikalische Umrahmung verantwortlich war, unter Leitung von Ernst Pflock den l. Satz der Salzburger Symphonie Nr. 3 in F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

In der anschließenden Jahreshauptversammlung berichtete nunmehr Dr. Demandt eingehend über das Werden des Vereins seit der letzten Versammlung in Homberg/Efze. Insbesondere zeigt sich an den Ziffern der Mitgliederbewegung, daß der Verein sich in erfreulichem Aufstieg befindet.

Dann erstattete Schatzmeister Dr. Lasch eingehend den Kassenbericht und erläuterte die einzelnen Posten der Jahresabrechnung und des Voranschlages. Auf Antrag von Oberlandesgerichtsrat Bettenhäuser erteilte die Jahreshauptversammlung dem Hauptvorstand einstimmig Entlastung.

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