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sind, und er deshalb die fordernde Peitsche seiner Zielvorstellungen manchmal über Gerechte und Ungerechte schwingt Der aber auch ein Liebender und ein Freund ist und es deshalb geschafft hat, daß seine Frau Gudrun, seine Kinder, seine Schüler und seine Freunde vom Geschichtsverein immer zu ihm standen und stehen, daß aber insbesondere Bürgermeister Willi Croll seinen Weg treu begleitet und vor allen anderen den Ausbau dieses wichtigen Stadtmuseums überhaupt erst möglich gemacht hat Ich gratuliere Helmut Burmeister und allen, die heute mit ihm hier sind, aber ebenso dem Kuratorium zu dieser Preisverleihung.

Ich bin am Schluß, meine Damen und Herren, darf aber noch ein persönliches Wort an beide Preisträger richten:

Was Sie beide verbindet, ist, eine Idee zu haben, wie das Gemeinwesen oder eine wichtige Sache, wie z.B. die hessische Geschichtsforschung oder die Volkskundeforschung durch eigene Arbeit und durch Eure Museen wieder ein Stück vorangebracht werden können, dann aber ohne Schonung Eurer selbst das Herz zu nehmen, es weit, weit vorauszuwerfen und nicht zu ruhen, bis Ihr es wieder und Euer Ziel erreicht habt. Daß Ihr auf dem Weg dorthin manchmal über Gelände mußt, das andere als das ihre oder ihren Vorgarten ansehen - das sind nicht immer Vorgartenzwerge! - das ist klar. Und dann gibt es Schwierigkeiten. Aber so viele es auch geben mag: Ihr gebt nicht auf. Denn in Euch ist etwas von dem, den ich einmal den "Vater der hessischen Museumspolitik" genannt habe: von Sisyphos. Er wälzt den Stein unermüdlich - und wenn der auch tausendmal zurückrollt, er gibt nicht auf. Viele halten Sisyphos deshalb für eine tragische Figur. Aber die haben nur Albert Camus nicht gelesen. In dessen Essay "Der Mythos von Sisyphos" steht das Wichtigste nämlich im allerletzten Satz - frei übersetzt: "Und Sisyphos war ein fröhlicher Mensch!" Und deshalb laßt Euch bitte niemals einfallen, die Finger vom Stein zu lassen! Wir wollen Euch ja schließlich auch morgen noch bewundern dürfen!

 

Dr. Wolfgang Heß im Ruhestand

Mit Ablauf des Monats April 1991 trat Dr. Wolfgang Heß, zuletzt Leitender Sammlungsdirektor in der Staatlichen Münzsammlung München, in den Ruhestand. Dr. Heß, geboren am 13.04.1926 in Offenbach, war von 1956 bis 1964 Wissenschaftlicher Assistent im Stadtarchiv Worms. Durch ein Volontariat im Museum für Hamburgische Geschichte mit der Numismatik vertraut geworden, wandte sich der aus der Kunstgeschichte kommende Gelehrte zunehmend der Münz- und Geldgeschichte zu. 1964 wurde er an das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg berufen, wo er die Münzfundpflege in Hessen mit mittelalterlich-neuzeitlichem Schwerpunkt aufbaute. In seiner Marburger Zeit war Dr. Heß durch zahlreiche Vorträge und Führungen im Marburger Zweigverein tätig. 1980 wechselte Dr. Heß in den Dienst des Landes Bayern, welches ihm in der Staatlichen Münzsammlung München, der größten numismatischen Institution in der alten Bundesrepublik, Leitungsaufgaben übertrug. 1984 zum Direktor der Staatlichen Münzsammlung ernannt, konnte Dr. Heß seinem Fach auch in der Wissenschaftsorganisation dienen. Die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland wählte ihn von 1984 bis 1991 jährlich zu ihrem 2. Vorsitzenden. Die Verdienste des durch zahlreiche Publikationen zur Münz- und Geldgeschichte ausgewiesenen Wissenschaftlers um sein Fach wurden vielfach anerkannt, so durch das Bundesverdienstkreuz 2. Klasse und den Ehrenpreis der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte.

 

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