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bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, übten dieses Amt aber nur bis 1230 aus. Als die Henneburg errichtet wurde, soll angeblich eine Berghenne aufgeflogen sein, der Erbauer habe daraufhin die Henne in sein Wappen aufgenommen. Diese sagenhafte Erklärung kann nicht stimmen, da der Name Henneberg urspünglich auf den Namen Heinenberc zurückgeht, also mit dem Wort Hain etwas zu tun hat. Trotzdem befindet sich seit 1226 im Wappen der Henneberger eine Berghenne. Nachdem es Graf Poppo VIII. gelungen war, mit Unterstützung Kaiser Friedrichs II die Familienbesitzungen und Lehen zusammenzufassen, wurde bei seinem Tod 1245 durch Teilung an Poppos jüngeren Sohn Hermann I. ( 1290) die sogenannte Neue Herrschaft Henneberg mit der 1247 ererbten Coburg zusammengefaßt, die schon 1291 in weiblicher Linie an die Markgrafen von Brandenburg fiel. Die drei Söhne des älteren Bruders von Hermann l., Heinrichs III. von Henneberg (1245 - 1262), begründeten dann 1274 die Linien Schleusingen mit der Bertholdsburg als Residenz, Aschach bei Kissingen und Hartenberg-Römhild. Die Güter der 1378 ausgestorbenen Hartenberger Linie fielen an die Aschacher, die Ende des 14. Jahrhunderts die Stammgüter an der mittleren Fränkischen Saale an Würzburg verkauften und sich dann nach Schloß Römhild nannten, wo sie 1549 ausstarben. Diesem Henneberger Geschlecht entstammte auch der Mainzer Erzbischof Berthold (1481 -1504).

 

Die Stadt Römhild war die zweite Station der Exkursion. Zunächst wurde die Stiftskirche besucht, wo der dortige Pfarrer in einer sehr ins einzelne gehenden Führung die Kostbarkeiten dieser Kirche erläuterte. Römhild wurde 1317 als Stadt erstmalig erwähnt, beherrscht damals von Graf Heinrich IV. (1262 - 1317) von Henneberg-Hartenberg, der in der Burg Hartenberg unter den beiden Gleichbergen residierte, die durch ihre vor- und frühgeschichtlichen Fundstätten bekannt sind bis heute. Seit der Merowingerzeit gehörte Römhild als Bestandteil des ostfränkischen Grabfeldgaues zum fränkischen Siedlungsbereich.

 

Der Pfarrer der um 1470 vollendeten, in spätgotischem Stil gehaltenen Römhilder Stiftskirche, einer dreischiffigen gewölbten Stufenhallenbasilika mit einschiffigen Chören im Osten und Westen, wies die Exkursionsteilnehmer besonders auf die Grabdenkmäler der Henneberger Grafen in der 1588 angebauten Grabkapelle hin. Dort finden sich die beiden bronzenen, von dem Nürnberger Erzgießer Peter Vischer d. Älteren und seinen Söhnen gegossenen Grabdenkmäler Ottos IV. von Henneberg ( 1502) und Hermanns VIII. ( 1535) mit seiner Gemahlin Elisabeth von Brandenburg, außerdem die Sandsteindenkmäler vom Stifter der Kirche Georg l. von Henneberg (1422 - 1465) und von seinem Sohn Hermann VII. ( 1465) und dessen Gemahlin Johanetta von Nassau ( 1535) sowie die Grabplatten Albrechts von Waldenstein ( 1470), Friedrichs II. von Henneberg (1465 -1488) und dessen Gemahlin Elisabeth von Württemberg ( 1501).

 

Dann wandten sich die Teilnehmer dem von Bauelementen der Renaissance und des Barock geprägten Römhilder Schloß "Glücksburg" zu, das auch Residenz der Henneberger gewesen war. Dieses Schloß, das auch ein Heimatmuseum enthält mit sehenswerten Exponaten zur dörflichen und städtischen Kultur des Grabfeldgaues, wurde nach 1465 errichtet, brannte 1539 aus, wurde 1540 - 1546 wieder aufgebaut, 1676 - 1678 von Christian Richter barock erweitert: es handelt sich um eine um zwei Höfe gruppierte Anlage mit einem an der Hoffront angeschlossenen hohen Treppenturm. Die Ländereien der 1549

 

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