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bedeutete im besonderen Besuch und Besichtigung der Schlösser Ludwigslust und Schwerin sowie die Beschäftigung mit ihrer Geschichte.

 

Schloß Ludwigslust

"Durch Wild- und Waldreichtum" - heißt es im kurzgefaßten Schloßführer - "war die Gegend in der Nähe des Dorfes Klenow gekennzeichnet. Sie zog den Prinzen Christian Ludwig". Großneffe Elisabeths und Schwager Sophie Charlottes, "stark in ihren Bann. Seiner Jagdleidenschaft ist es zu verdanken, daß er hier in der 'Griesen Gegend´ am Rande des Dorfes Klenow in den Jahren 1731 bis 1735 ein kleines Jagdschloß erbaute, dem er am 21. August 1754 den Namen "Ludwig-Lust" gab. Sein Sohn Friedrich" - genannt 'der Fromme´, Neffe also Sophie Charlottes -, "der im Jahre 1756 Regent wurde, erklärte Ludwigslust alsbald zu seiner künftigen Residenz." Klar, daß das bescheidene Jagdschloß Christian Ludwigs, das dessen Schwägerin Sophie Charlotte gekannt haben dürfte, dem Bedürfnis Friedrichs nach Repräsentation nicht genügte: nach dem Siebenjährigen Kriege ließ er durch seinen "Hofskulptor" Johann Joachim Busch (1720 - 1802) die heutige Schloßanlage errichten, deren axiale Anordnung uns sofort in ihren Bann zog. Ihren Mittelpunkt bilden Wasserspiele, gespeist durch einen noch während des Siebenjährigen Krieges gegrabenen Kanal von 28 km Länge; diese fassen beidseits zweigeschossige Häuser, die 1764 für die Hofbediensteten entstanden, in wohlgemessenem Abstand ein. Dem südlichen wie dem nördlichen Ende der Kaskaden bieten in etwa 400 m Abstand die 1765 bis 1770 errichtete Hofkirche bzw. das 1772 bis 1776 aufgeführte dreigeschossige Schloß mit überhöhtem Mittelrisalit unübersehbar Halt. Während das Schloß nicht nur Stilelemente des Spätbarock, des Rokoko und des frühen Klassizismus aufweist, sondern auch in seiner der Restaurierung bedürftigen Außenansicht Einblick in das Mauerwerk und zugleich in die Finanzen des Bauherren eröffnete - das Mauerwerk besteht aus Backstein, der mit Sandstein aus Pirna verkleidet ist; denn die Gelder für die Bauten flossen aus der herzoglichen Forstkasse oder wurden aus dem Verkauf von Sand (!) erlöst -, überwiegen bei der Hofkirche die klassizistischen Stilmerkmale. Ihr zugrunde liegt das Schema eines antiken Tempels mit einer - überdehnten - sechssäuligen Tempelfront, hinter der eine Tonne aus Holz den rechteckigen Grundriß der Kirche überwölbt. In der Mitte des Kirchenschiffes fand der Bauherr, der sich auf einer In- [Inschriftentafel]

 

 

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