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rus [Varus] im Jahre 9 n. Chr. vernichtend schlugen, fand nicht an der Stelle statt, an der 1838-1875 das Herrmannsdenkmal erbaut wurde, sondern ca. 60 km nordwestlich davon, wie schon 1885 Theodor Mommsen vermutete. Seit 1989 wird diese Stelle archäologisch untersucht, sie gab reichlich Grabungsfunde frei, bis heute über 2000 Gegenstände, meist Ausrüstungsteile und Waffen der Legionäre, aber auch Skeletteile sowie zahlreiche Münzen, die z.T. mit dem Prägestempel VAR (= Varus) versehen und ausschließlich vor dem Jahre 10 n. Chr. ausgegeben worden sind! Gründe genug, diesen historischen Schauplatz einmal zu besuchen, zumal das Museum - zumindest in seiner vorläufigen Form - einen guten Eindruck vom Stand der Forschungen vermittelt.

Kalkriese liegt 20 km nördlich von Osnabrück und westlich von Bramsche an einer Engstelle zwischen dem Kalkrieser Berg, einer Randerhebung des Wiehengebirges, und dem „Großen Moor“ - damals eine gefährliche Engstelle für ein weit auseinander gezogen marschierendes Heer, heute mit dem Bus über die A 33 / A 1 (Richtung Bremen) leicht zu erreichen (wenn nicht wie in unserem Fall ein unvorhergesehener Stau die gesamte Planung in Frage zu stellen droht).

Das Museum Kalkriese besteht aus dem Museumsgebäude mit einer Wartehalle, in der man sich mit Literatur eindecken oder einen kleinen Imbiss nehmen kann, dem Museum selbst sowie dem Museumspark, der an den ehemaligen germanischen Wallanlagen vorbeiführt und einen Blick auf die Ausgrabungsstätten zulässt. Engagierte und gut informierte Führungskräfte stehen bei Voranmeldung bereit.

Wegen des fast zwei Stunden dauernden Staus auf der A 3 mussten wir uns auf die Führung durch das Museum beschränken und das Parkgelände auf eigene Faust erkunden, was mit Hilfe eines dort erhältlichen ausführlich informierenden Faltblattes keine Schwierigkeiten bereitete. In den Vitrinen des Museums waren nun die Belege ausgestellt, auf denen sich die These stützt, die Varusschlacht habe genau hier stattgefunden: Ausrüstungsteile aller Art, von der Militär-Sandale über Gürtelschnallen, Fibeln und Metallplättchen von der Kleidung der Legionäre bis zu Teilen ihrer Waffen. Bleigeschosse lassen auf die Beteiligung von Hilfstruppen (Schleuderer) schließen, Beschläge und Zaumzeug auf die Anwesenheit von Reiterei. Weitere Funde (ärztliche Instrumente, Handwerkzeug) gehlen wohl eher dem Tross an, der die auf dem Marsch befindlichen Einheiten begleitete. Und natürlich die zahlreichen Münzen,

 

 

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