Am nächsten Tag ging es mit der Rheinfähre nach Rüdesheim und dann aufwärts zur neuen Hildegardabtei oberhalb von Eibingen in den Weinbergen, einem eindrucksvollen Kirchenbau aus dem Jahre 1904, ausgeschmückt mit Bilderzyklen in einer vom Jugendstil beeinflussten Bildersprache, die aber auch Verbindungen zur byzantinischen und sogar ägyptischen Kunst erkennen läßt und einem alles dominierenden segnenden Christus als Weltenherrscher. Danach folgte vergoldeten und mit Edelsteinen besetzten Schrein; weitere seltsam verpackte Reliquien in einer Vitrine erregten die Aufmerksamkeit ebenso wie der engagierte Vortrag von Schwester Hiltrud über Leben und Werk Hildegards.
Nach dem Mittagessen im Keller von Fendels Weinhaus war der Johannisberg das nächste Ziel. Prachtvoll die Aussicht in den Rheingau, prachtvoll auch das Schloss, das nicht zu besichtigen war, aber immerhin als Kulisse für obiges Foto diente.
Die wiederaufgebaute Johannes-Basilika besticht durch ihre Kargheit, die an die Kreuzkirche in Dresden erinnert; hier wie dort spiegelt sich die jüngste deutsche Geschichte wieder. Beim anschließenden Be-such in Eltville konnte man am Rheinufer promenieren und die kunstvoll angelegten Rosengärten besichtigen. Ein Abendessen im Gasthaus „Alt-Walluf“ beschloss die Besichtigungen, bevor die Heimfahrt angetreten wurde. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es trotz mäßigen Wetters eine eindrucksvolle Fahrt war, vorbereitet und geführt von Marianne Bein vom ZV Bad Hersfeld. Die gemeinsame Aktion der beiden Vereine war nicht die erste und wird bestimmt auch nicht die letzte gewesen sein.
Karl Kollmann
ZV Felsberg
Als Auftakt zu den „Jüdischen Wochen Schwalm-Eder“ und als Beitrag zum 750jährigen Stadtjubiläum luden die Gudensberger Heimatfreunde, der ZV Felsberg und die Jüdisch-Liberale Gemeinde Emet-we-Shalom Gudensberg zu einem Historischen Stadtrundgang durch Gudensberg im Zeichen der jüdischen Vergangenheit ein. Mehr als 60 Interessierte – von Schülern und Jugendlichen bis zu Senioren – fanden sich vor dem Rathaus ein, um den Spuren früheren jüdischen Lebens in Gudensberg zu folgen. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden des ZV Felsberg, Frank Fulda-Lengen, gab Heinrich Schmeißing einen Überblick über die Gudensberger Stadtgeschichte. Ihm folgte Hans-Peter Klein von der Gedenkstätte Breitenau mit einem Abriss über die Geschichte der Juden in Gudensberg. Danach erwanderten die Teilnehmer markante Punkte jüdischen Lebens in der Altstadt, durch die Untergasse, in die Fritzlarer Straße, die Marktstraße hoch bis zur Synagoge. Heinrich Schmeißing und Hans Peter Klein führten zu früheren jüdischen Wohn- und Geschäftshäusern, erzählten von den Betrieben und Lebensumständen, aber auch von den späteren Schicksalen der damaligen Bewohner.
Besonders anschaulich wurden die Ausführungen durch die Präsentation von Vergrößerungen historischer Fotografien. Durch die Teilnahme älterer Gudensberger Mitbürger und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde ergaben sich interessante Ergänzungen, Erläuterungen und Zeitzeugenberichte im Gespräch mit den Organisatoren zum jüdischen Leben und zum Miteinander von Juden und Nichtjuden heute und damals.
Bürgermeister Dr. Edgar Franke beendete mit einem Schlusswort die historische Führung, die Mitglieder der jüdisch-liberalen Gemeinde luden danach zu Erfrischungen und Informationen in die Synagoge ein, in
|
|