Gelnhäuser
Seiten
Veröffentlichungen des Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde - Gelnhausen 1926 1. Ausgabe- Mai 2005
Gelnhausens Eiserne Hand
Warum, wofür Hand - in Eisen? Die Hand ist des Menschen ursprünglichstes Werkzeug: Mit Hilfe der Hand werkelt, hilft, heilt, kost, segnet er. In Ereignisfällen braucht er die Hand, zu kämpfen und zu richten. Die Hand ist von alters her gestaltetes Rechtssymbol!
Versetzen wir uns zeitlich in Jahrhunderte, während deren Verlauf der Normalbürger Rechtshandlungen in schriftlicher Form nicht erfassen konnte. Wie ihn leiten, wie ihn lenken? Damals bedienten sich weltliche wie geistliche Obrigkeiten einer reichhaltigen Symbolsprache.
Für unsere Betrachtung interessiert das Mittelalter. 1170 erhielt Gelnhausen aus königlicher Huld, gegründet auf die Reichsidee der Staufer, unter anderem auch das Marktrecht'. Das Privileg bedingte den Marktfrieden, der verfügt und kenntlich gemacht werden musste. Wie das in Gelnhausen damals im Einzelnen geschah, wissen wir nicht. Es gab verschiedene Möglichkeiten, wie sich zeigen
wird. Dass die eisernen sog. Gelnhäuser Ellen am Rathaus wie an der Marienkirche auch den engeren Marktbereich mitbestimmten, können wir vermuten. Und die vor Jahrzehnten noch in Kartenwerken benannte Gewann Eiserne Hand im Osten der Stadt an des Reiches Straße spricht, wie die Kreuzgärten im Westen, für die markierte Grenze des Geleitsrechts. Hier draußen hatte die Eiserne Hand dem reisenden Kaufmann eine standesgemäße Information zu geben.
Als Johann Lorenz Kreuter seine GELNHUSANA in den Jahren 1905 bis 1914 und später noch einmal nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1921 als Beilage zum Kreisblatt Gelnhausens mit heimatkundlichen Beiträgen und der Topographie der Stadt Gelnhausen versorgte, war die Gewann Eiserne Hand (Abb. I) in der Bevölkerung noch allgemein bekannt. Äcker und Baumstücke wurden hier instand gehalten. Das Gelände war westwärts durch einen Feldweg vom neuen christli-
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite