orts entstanden sind, und keine überregionale Verankerung, keinen überörtlichen Bezug ihrer Arbeit haben.
Der besondere Horizont unserer Zweigvereine wurde im letzten Jahr beispielsweise deutlich mit den Festveranstaltungen zum 100jährigen Jubiläum unseres Zweigvereins in Biedenkopf mit dem repräsentativen Jubiläumsband, den Festtagen zur Erinnerung an den 200. Geburtstag (5. Juni 2008) und 150. Todestag des Dichters Ernst Koch, die vom Zweigverein Witzenhausen gemeinsam mit der Stadt ausgerichtet wurden. Vorher hatte der Verein dort seine Wiedergründung vor 40 Jahren durch eine würdige Feier begangen, nicht nur mit der repräsentativen Beteiligung von Stadt und Kreis sondern auch des Hauptvorstandes und der Nachbarvereine im VHG. Der Gesamtverein wird auch immer wieder Partner von Organisationen und Institutionen, deren Aufgabe die Pflege der Landesgeschichte und -kultur ist. So verankert der VHG mit seinem Marburger Geschichtsverein die Arbeit des Hessischen Staatsarchivs und des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde in der interessierten Bevölkerung durch die Beteiligung an Ausstellungen, Festvorträgen und Symposien. In ähnlicher Weise organisierte der Zweigverein Kassel am 6. Februar 2008 die Vorstellung der Publikation der Landtagsabschiede 1525-1798 der Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hg. G. Rollenberg) im historischen Ständesaal für das Hessische Staatsarchiv, die Historische Kommission für Hessen und den Landeswohlfahrtsverband Hessen. Mit Führungen und Vorträgen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und der Universität setzte der Zweigverein Kassel eigene und wichtige Akzente im „König-Lustik-Jahr". Vor Ort verfolgte der Zweigverein in diesem Jahr besonders eifrig ein Ziel, das die Jahreshauptversammlung auf dem Tag der Landesgeschichte bereits 1986 gesetzt hatte. Damals beantragte der Gesamtverein VHG mit einer einstimmigen Resolution beim Hessischen Minister für Kunst und Wissenschaft und beim Hessischen Ministerpräsidenten die Anmeldung der Anlagen von Wilhelmshöhe
zum UNESCO-Welterbe. Vor Ort kämpft der Verein für diese „Weltmarke" hessischer Geschichte. Seitdem die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen Jacob und Wilhelm Grimms als „Weltdokumentenerbe" durch die UNESCO anerkannt sind, bemühen wir uns um die Verbindung der beiden „Welterbe". Das Thema „Brüder Grimm", der weltweit bekanntesten und populärsten Deutschen, soll nicht allein Thema der örtlichen Ziele der verschiedenen Grimmstätten in Hessen bleiben, sondern zu einem „Landesthema" Hessens werden, das so auch internationale Strahlkraft erhält. Hier weiß sich der Gesamtverein an der Seite der „IHK-Initiative UNESCO Welterbe", der Industrie- und Handelskammer Kassel, die mit ihren Zentren in Kassel und Marburg einen großen Teil des Vereinsgebietes (das ehemalige Kurhessen) abdeckt.
In Absprache mit der IHK wurde so von mir der Antrag an den zuständigen Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, gestellt, die Brüder Grimm in die „Walhalla" bei Regensburg, den „Ruhmestempel deutscher Kulturgeschichte" aufzunehmen. Zur Begründung führte ich am 22.2.2008 aus:
„Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm sind weltweit die bekanntesten Deutschen und ihre „Kinderund Hausmärchen " sind in allen Kulturen und Schichten gleichermaßen beliebt und geschätzt. So sind die Brüder Grimm seit fast 200 Jahren ununterbrochen beste Botschafter für Deutschland in der Welt. Durch ihr sprach- und literaturwissenschaftliches Lebenswerk (Deutsche Grammatik, Deutsche Sagen, Deutsches Wörterbuch) gelten sie als Begründer der Germanistik. Hierdurch wurden sie zu Initiatoren der Sprachwissenschaft und Spracherneuerung der Nachbarländer in Skandinavien und in Mittel- und Osteuropa. Hingewiesen sei auch auf die politische Wirkung des Grimmschen Werkes, das durch die Rolle der Brüder 1837 („Göttinger Sieben") und 1848 (Jacob Grimm, Abgeordneter der Paulskirche) zusätzlich populär wurde. Aus dem gleichen Geist waren die Brüder 1834 in Kassel Mitbegründer unseres Vereins. Der
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