eine Einheit bildet. Das Holztonnengewölbe, welches das gesamte Kirchenschiff überspannt, ist mit einer musizierenden Engelsschar im Wolken durchzogenen Sternenhimmel bemalt worden. Dieser barocke Sternenhimmel zieht durch seine besondere zarte und plastische Gestaltung jeden Kirchenbesucher in seinen Bann. Einer alten Dorfüberlieferung zufolge soll die Ausmalung des Ausbacher Kirchenhimmels, laut Angaben von Adolf Sippel, von einem unbekannten wandernden Handwerksgesellen durchgeführt worden sein. Als Lohn bekam er ein Mittagessen, ein Abendbrot und Obdach beim dem bekannten Maler Gustav Altmüller aus Schenklengsfeld. Im Kircheneingang auf der linken Seite ist ein großer flächiger Grabstein aus dem Jahre 1606 aufgestellt, der an einen Hersfelder Juwelier erinnert, der auf dem Weg nach Hersfeld in der Gegend um Ausbach beraubt und ermordet wurde. In der Kirche im hinteren Altarraum ist ein Grabstein aus dem Jahr 1635 aufgehoben worden. Dieser Grabstein wurde für die kleine vierjährige Catharina Rosenthal des damaligen Forstmeisters Rosenthal aus Ausbach errichtet.
Den Abschluss der historischen Adventswanderung bildete die Hofanlage Hahn. Diese Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert beinhaltet neben der Gemeindepflegestation das örtliche Heimatmuseum. Die Sammlung des Heimatmuseum ist vor vielen Jahren von Albert Deiß mit den Mitglie
dern des Ausbacher Heimatvereins zusammengetragen worden und war anfangs in der alten Dorfschule untergebracht. Seit einiger Zeit sind die Bestände in die restaurierte Hofanlage Hahn umgezogen. Die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Präsentation des dörflichen Lebens wird hier anschaulich vorgestellt. Neben einem komplett eingerichteten Bauernhaus können die Reste eines alten Klassenzimmers, eine alte Wagnerwerkstatt, eine Schusterwerkstatt und die Flachsverarbeitung betrachtet werden.
Adolf Sippel (Ausbach), Anni Erbe (Ransbach) in einer Schulbank im Heimatmuseum in der Hofanlage Hahn in Ausbach.
Ingrid Waldeck, Bad Hersfeld
Bericht des Vorsitzenden im VHG
Die unmittelbare Arbeit des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde e.V. gegenüber und mit seinen Mitgliedern geschieht vor Ort in den 18 Zweigvereinen zwischen Diemel und Kinzig, Westerwald und Thüringer Wald: Vorträge, Führungen, Exkursionen machen die Bürger - meist weit über die Grenzen der Vereinsmitgliedschaft hinaus - mit der Orts- und Landesgeschichte vertraut und ordnen diese in die allgemeinen historischen Abläufe und Erscheinungen ein. Der Gesamtverein mit seinen Organen Jahreshauptversammlung, Hauptausschuss und Vorstand, der wissenschaftlichen Kommission
und verschiedenen Ausschüssen unterstützt diese Arbeit und koordiniert sie innerhalb des Vereins und mit verwandten Organisationen. Hierzu dienen die gemeinsamen Veröffentlichungen der Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde und die hessischen Forschungen. Vielerorts treten die Zweigvereine auch mit eigenen Publikationen hervor, die vom Hauptverein beratend und ggf. finanziell unterstützt werden sollen. Hier unterscheiden sich die Zweigvereine des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde deutlich von örtlichen Heimat- und Geschichtsvereinen, die in letzter Zeit vieler-