Arbeit sind wir oft zeitlich eingeschränkt. Wer sich bei dieser Redaktionstätigkeit beteiligen
möchte, möge sich bei Jan Martin Lies oder Jörg Westerburg (Adressen s. Schluß) melden.
Fehdeführung und Territorialisierungsprozeß - Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt
Das Projekt, das konzeptionell von den Ergebnissen Hillay Zmoras sowie partiell auch von den Thesen Regina Görners und Joseph Morsels zur sozialen und politischen Bedeutung der Fehde für Adel und werdende Landesherren angeregt ist, geht von Beobachtungen aus, die den Schluß zulassen, daß nicht nur herrschaftliche Fehdebekämpfung, sondern auch landesherrliche und adlige Fehdepraxis Anteil an der Herausbildung spätmittelalterlicher fürstlicher Landesherrschaft hatten. Ziel ist die Erforschung der Interdependenz zwischen Fehdeführung und Festigung sowie Ausgestaltung spätmittelalterlicher fürstlicher Landesherrschaft. Einschlägige regionale Landfrieden werden in die Beziehungsanalyse einbezogen, ohne, wie sonst üblich, den Ausgangs- und Zielpunkt der Untersuchungen zu bilden. Gegenstand der Untersuchung sind vielmehr zunächst die Ursachen und Anlässe, die zu Fehden führten. Untersucht werden sollen ferner die Handlungslogik der beteiligten Parteien; die fehdeinvolvierten Personen und
Gruppen; die Kommunikationsstrukturen innerhalb der Fehden, die Effekte von Fehdeführung unter Einschluß der fehdebeendenden Sühnebestimmungen auf die Ausbildung und die Struktur der werdenden Territorien; die Gründe für Phasen erhöhter Fehdetätigkeit sowie die Rahmenbedingungen und Methoden der allmählichen Aushöhlung des adligen Fehderechts. Da zu erwarten ist, daß sich die Entwicklung regional und zeitlich differenziert vollzog und die Antworten auf die aufgeworfenen Fragen je nach Raum und Zeit divergieren, sollen vier reichsfürstliche Territorien mittlerer Größe vergleichend untersucht werden (Thüringen, Meißen; Hessen; Kurtrier), wobei drei Untersuchungszeiträume festgesetzt werden (ca. 1325-1350; ca. 1380/90-1410/1420; ca. 1460-1485). Das Projekt wird von Dr. Michael Rothmann, Julia Eulenstein, M.A. und der Antragstellerin bearbeitet.
Ch. Reinle, Gießen
Der Begriff „Post" im heutigen Sinne entsteht
Der Brief Lenings vom 13. Juli 1562 an den Visitator in Rotenburg enthält eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Notiz: Schicket mit Bullinger Antwort uff Brenn buch Widder. Mit Bullinger ist niemand anderes gemeint als der Schweizer Theologe, Begleiter, Mitkämpfer und Nachfolger des Schweizer Reformators Zwingli. Lening kannte ihn, wie wir auch aus anderen Quellen wissen, persönlich und schätzte seine theologischen Schriften und Auffassungen.
Bullinger war in Zürich zu Hause, war aber oft in Deutschland (Die Schweiz gehörte damals noch zum Deutschen Reich). Von Zürich aus stand er mit vielen Leuten in einem regen Briefwechsel, über den wir recht gut unterrichtet sind
und damit gleichzeitig über das Funktionieren der Brief- und Warenzustellung. Anders als in Hessen gibt es hier ausführliches Material. Die Briefsammlung von Bullingers Briefpartner Vadian in Sankt Gallen allein umfasst sieben Bände. Zur Zustellung wurden vorzugsweise persönlich und namentlich bekannte Boten beauftragt, deren Namen in den erhaltenen Briefen auch immer wieder erwähnt werden. Ein solcher Bote war Alexius Knobloch, oft nur als Alexius oder Knobloch erwähnt. Dieser Bote transportierte mehr als 19 Jahre lang Briefe auf der Route Sankt Gallen - Zürich - Sankt Gallen. Auch nach Nürnberg soll er gelaufen sein.
Dieser Bote war ein Mann absoluter Zuverlässigkeit, den man sich „warm" hielt, indem

 

vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite
 
 
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite