man ihn u. a. bei seiner Rücktour nicht ohne Auftrag, d. h. ohne Bezahlung ließ. Neben schriftlichen Mitteilungen bekam der Bote auch mündliche Aufträge mit auf den Weg, weil man sie wohl keinem Papier anvertrauen mochte. Dieser Bote übernahm auch Aufträge als Fuhrmann u.a. bei der Auslieferung von in Zürich bei Froschauer gedruckten Bibeln. Eine solche Bibel war auch damals ein sehr teures Stück und wurde nur in zuverlässige Hände gegeben. Auch die dem ersten evangelischen Pfarrer in Melsungen, Johannes Lening gehörende lateinische Bibel, eine Vulgata, wurde 1543 in Zürich bei Froschauer gedruckt. Es ist anzunehmen, wenn Bullinger diese Bibel nicht selbst an Lening übergeben hat, wird sie zumindest auf einem Teil des Weges von Zürich aus, mit einem der namentlich bekannten Boten wie Knobloch befördert worden sein. Sogar als Geldvermittler und Zeuge wurde Knobloch geschätzt.
Die Ersterwähnung des Wortes „Post" im deutschen Sprachraum finden wir im südlichen deutschen Sprachraum, in der heutigen Schweiz und in Tirol. Im Jahre 1446 findet sich ein Eintrag auf eidgenössischen Boden: „Konrad Hör gab einem Knecht (Kriegsgesellen) drei Gulden;
der trug einen Brief zu Herzog Albrecht (von Österreich) auf dass man uns Bost zukommen lasse zu Langenargen. " [Aus B. Baumann, Das Postwesen im Bodenseeraum, Archiv für Postgeschichte, 1, 1968, s. 9]. Dieser Artikel war lange zeit selbst Spezialisten unbekannt. Bis in die 90er Jahre des 20. Jh. galt deshalb das Jahr 1489/90 als das Jahr der Ersterwähnung des Wortes Post auf deutschen Boden. Der Begriff ist fassbar in einer Abrechnung der Tiroler Hofkammer vom Dezember 1189. Tiroler Beamte machten aus dem italienischen „post" den deutschen Begriff „poscht" oder „post". In dem Eintrag des Tiroler Kammerbuches vom Dezember 1989 (dem beginnenden Rechnungsjahr 1490) heißt es. Johanetn Daxen Obristen postmaister am Freitag nach Concepttionis marie durch Wapstum seinen vettern zu nottufft der post auf seine Quittance iiic gld Re. (An Janetto Dax, Obristen Postmeister am Freitag nach Mariae Empfängnis (11. Dezember 1489) durch seinen Vetter Baptista für die Belange der Post, auf seine Rechnung: 300 Rheinische Guden). Das bedeutete: erst mit der Institution der Post durch die aus Italien stammenden Tassis/Taxis hätte der Begriff Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Man wählte das Fremdwort „Post" offensichtlich deshalb, weil es sich um eine neue Verkehrseinrichtung handelte, die bisher in Deutschen Landen nicht bekannt war. [Karl Heinz Kremer, Zur Ersterwähnung des Wortes Post im deutschen Sprachraum; ArGeTT 89, 2004, S.29/30].
In Hessen war Landgraf Philipp der Großmütige nach einem Brief des Ritters Bernhart von Mila einen eigenen Postdienst zunächst nur für amtliche Zwecke einzurichten.
In den persönlichen Gesprächen Lenings mit Bullinger wurde sicherlich über das vorzügliche Funktionieren der Botenpost im Bereich der heutigen Schweiz gesprochen, Bullinger spricht 1547 in einem seiner Briefe von einer Eilpost (cursu publico repente ad curiam) zwischen Bern und Paris. Hier steht für das Wort „Post" ganz im römischen Sinne das Wort „cursus publicus". In einem am 22. März. 1551 an Vadian in Sankt Gallen geschriebenen Brief verwendet er jedoch die Formulierung „per postam citissimo cursu" für Eilpost. Das Wort „posta" wird hier ganz ungewöhnlich wie im Deutschen weiblich verwen-