det - im Sinne unsere Wortes „Post", als Leitund Beförderungsweg, nicht als Ablage oder Station wie es der lateinischen Formulierung „statio posita" = fester Standort entsprechen würde. Marc Moser schreibt [a. a. o. S. 139]: „Von dieser Entdeckung war sofort der Frage nachzugehen, ob der Fachausdruck „posta" schon früher zu finden ist. Tatsächlich hieß es schon 37 Jahre früher in einem Brief des Wiener Juristen und Lexikographen Jakob Spiegel vom 18. Januar 1514 an Vadian (dem Briefpartner Bullingers): „schicke mir zwei Streithähne (gallus pugnans) (ein Buchtitel), damit ich das eine Exemplar „cum hodiema posta" an den kaiserlichen Hof sende". „cum hodierna posta" bedeutet: mit der heutigen Post. Das Wort wird hier also auch schon im heutigen Sinne verwendet. In Hessen finden wir die Verwendung des Wortes „Post" im heutigen Sinne gleich dreimal in dem schon genannten Brief des sächsi
schen Ritters Bernhart von Mila an den hessischen Hofmarschall Hermann von der Malsburg vom 27. März 1539. Bei der dritten Verwendung des Wortes Post heißt es: „dass die brieffzu jeder Zeit angenommen und gen Frankfurt durch die bost bei tagk und nacht geschickt werden. " Das Wort Post wird in dem Brief zuerst mit „p" und dann zweimal mit „b" geschrieben.
Es wird hier deutlich, bei den zuerst genannten Postzustellungen im österreichischen und Schweizer Bereich waren Privatleute im amtlichen Sinne die Nutzer der Post. Diese Dinge müssen Lening bekannt gewesen sein und es ist anzunehmen, er hat auf seinen Landesvater darauf eingewirkt, die hessischen Postkurse auch für den Privatgebrauch freizugeben.
W. Hoppe, Melsungen
25 Jahre „Altlastensanierung" in Hirschhagen. Vorüberlegungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus Ende Januar 2009
Bodenkunde: Hirschhagen: Vor etwa 25 Jahren brachte eine veröffentlichte Diplomarbeit der zwei Kasseler Hochschulabsolventen Schneider/König: „Sprengstoff aus Hirschhagen" den Stein ins Rollen: Mittlerweile müssen die Lichtenauer kein Wasser mehr trinken, das mit „Aktivkohle" gefiltert wurde und von dessen Nutzung Ärzte z.B. Müttern mit Kleinkindern abrieten. Das Land Hessen hat mit über 80 Mio. Gesamtkosten in Hirschhagen „Boden gutgemacht" (so Bürgermeister Jürgen Herwig anerkennend zum Hessischen Minister für Umwelt). Heute kann das Gelände der ehem. Sprengstoff- und Munitionsfabrik als „Industriepark Hirschhagen" und Wohngebiet genutzt und weiterentwickelt werden.
Und die Geschichte der Menschen: Vor 25 Jahren fragten Schüler der Gesamtschule von Hessisch Lichtenau im Rahmen einer Projektwoche zusammen mit ihrem Lehrer Dieter Vaupel (vgl.: Gregor Espelage, Friedland Bd. 11, S.278): Was geschah im ehemaligen „Lager Vereinshaus", das 1944/45 dort war, wo jetzt die Förderstufe der Freiherr vom Stein-Schule und die Grundschule sind: Dort war ein Frauenaußen
kommando des KL Buchenwald mit anfangs 1006 inhaftierten ungarischen Jüdinnen, die in der Sprengstoff- und Munitionsfabrik von Hirschhagen Sklavenarbeit verrichten mussten. Das anschließende Lichtenauer „Nachdenken über die historisch bedingten Verantwortlichkeiten" führte zu dem „Auftrag für die wissenschaftliche Erforschung der Stadt- und Werksgeschichte" der Gesellschaft zur Verwertung chemischer Erzeugnisse Hessisch Lichtenau GmbH (Tarnname: Friedland) und zum „Gedenkstein, den die Stadt Hessisch Lichtenau ... auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrations-Außenlagers", dem ehem. Lager Vereinshaus, aufstellen ließ (zitiert nach Espelage, s. u. Literatur). Es gibt mittlerweile zwei Gedenksteine im Stadtgebiet von Hessisch Lichtenau, nämlich in der Heinrichstraße (Stadtmitte) vor der Förderstufe der Gesamtschule Freiherr-vom-Stein auf dem ehem. Gelände des „Lager Vereinshaus" und neben der wiedererrichteten historischen Laterne in der Auffahrt nach Hirschhagen.
Literatur: die wissenschaftliche Dokumentation von Gregor Espelage: „Friedland" bei Hessisch Lichtenau. Geschichte einer Stadt und
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite
 
 
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite