Dokumentation zum Tag der Hessischen Landesgeschichte am 19. September 2009 in Kassel
175 Jahre 1834−2009  Verein für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834 e.V.

 

Stadtführungen

 

Dipl.-Ing. Christian Presche

 

Epitaph für Landgräfin Christina und Tür zur Sakristei
Foto: Christian Presche

Die Martinskirche als Grablege des hessischen Fürstenhauses

Die Kasseler Martinskirche, eine ehem. Stiftskirche, diente seit Landgraf Philipp dem Groß­mütigen als Grablege des hessischen Land­grafenhauses. Von 1535 bis 1782 wurden 67 oder 68 Angehörige und Verwandte des Fürstenhauses in der Kirche beigesetzt – darunter alle Regenten von Philipp bis Karl, sowie Wilhelm VIII. Heute erinnert daran eine Bronzetafel an der südlichen Außenseite der Kirche, und im Innenraum fallen drei Grabmäler ins Auge: An der Südseite des Chores befindet sich ein Epitaph für Landgräfin Christina (†1549), das von dem Frankenberger Bildhauer Philipp Soldan geschaffen wurde. Die lateinische Inschrift erwähnt nicht nur Herkunft und Rang der Landgräfin, sondern auch ihre Kinder (Fortbestand der Dynastie!) und ihren Einsatz bei Karl V. um eine Freilassung Philipps aus der Gefangenschaft. Mit den mahnenden Worten an Ehemann und Kaiser ist der Text auch eine Reaktion ihrer Söhne auf die Doppelehe und die politischen Verhältnisse jener Zeit.
Nach dem Tode Philipps 1567 erhielt das Fürstenpaar ein 12 m hohes Epitaph im Chorhaupt, an der Stelle des früheren Hochaltars. Die ursprüngliche Wirkung und Konzeption ist zwar nicht mehr erlebbar: denn bis ins frühe 17. Jahrhundert trennte noch der spätgotische Lettner den Chor vom Langhaus, und beim Neuaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg versetzte man das Grabmal an die Südseite des Langhauses. Gleichwohl zählt dieses

vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite
 
 
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite