Zweigvereine 41
Der Vorstand des Zweigvereins
Michael Lapp, Vorsitzender; Christine Raedler
und Gerhard Blumenröder, Beisitzer. Mitgliederzahl
am 1.1.2016: 20 (1 Eintritt, kein Austritt,
2 Todesfälle)
Aus dem Jahresbericht 2015/16
Die Aktivitäten des „Zweigvereins Gelnhausen
1926“ in 2015/16 waren geprägt durch zwei
Schwerpunkte. Zum einen freute sich der Zweigverein
über den Besuch gleich dreier nordhessischer
Schwestervereine. So konnte der Vorsitzende
Pfarrer Michael Lapp am 20. Juni 2015
den Homberger Verein und zwei Wochen später
am 4. Juli den Frankenberger Geschichtsverein
in der Barbarossastadt willkommen heißen.
Der Witzenhäuser Geschichtsverein erkundete
die historische Stadt an der Kinzig im September.
Die Besichtigungstouren durch die historische
Altstadt Gelnhausen wurden jeweils
durch kompetenten Gelnhäuser Stadtführerinnen
begleitete, die interessante Einblicke in die
zahlreichen historischen Denkmäler gaben. Den
Nachmittag verbrachte der Frankenberger Geschichtsverein
mit der Besichtigung des historischen
Meerholzer Schlosses und der sehenswerten
Schlosskirche, während der Homberger
Geschichtsverein der benachbarten Stadt Büdingen
und der Witzenhäuser Geschichtsverein
der romantischen Ronneburg einen Besuch abstatteten.
Die beiden Vorträge befassten sich mit sehr
unterschiedlichen Themen. zu einer „Verstörenden
Reise in die Vergangenheit“, indem sie
sich dem Thema widmete. Im Fokus von Christine
Raedler stand die „Spurensuche an unliebsamen
Denkmälern“ aus der Zeit des Kaiserreiches
bzw. Ersten Weltkrieges, der Zeit des
Faschismus sowie des „Kalten Krieges“ in der
Region Main-Kinzig. Diese Denkmäler sind
nicht gerade wegen ihrer Schönheit erhaltenswürdig,
stellen aber hinsichtlich der Vermittlung
von Geschichte mitunter wichtige Lernorte
dar. In jedem Fall verlangen unbequeme
Denkmäler jedoch Erklärungen.
Im Jahr 2014 jährte sich der Beginn des Ersten
Weltkrieges zum einhundertsten Mal. Da
mittlerweile die letzten Zeitzeugen vor einigen
Jahren hochbetagt verstarben, ist auch dieser
abgeschlossene Abschnitt unserer Geschichte
nur noch durch Schriftquellen, Bild- und Tonmedien
sowie dingliche Hinterlassenschaft erschließbar.
In wenigen Jahren wird dies auch
für den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus
gelten. Folglich stellt sich die
Frage nach dem weiteren Umgang mit diesem
Teil deutscher Geschichte unter neuen, geänderten
Voraussetzungen. So wird den Nachkommen
bald eine Auseinandersetzung durch
Befragen von Zeitzeugen im familiären bzw.
persönlichen Umfeld, wie es vor wenigen Jahren
noch leicht möglich war, unmöglich sein.
Zwangsläufig werden damit Archivalien zu immer
wichtigeren Zeugnissen und auch dinglichen
Hinterlassenschaften wie etwa Gebäuden
kommt ein zunehmend höherer Stellenwert zu.
Die Baudenkmalpflege hat auf diesen Umstand
bereits reagiert und ausdrücklich auch „unbequeme“
Denkmäler aus der Zeit des Kaiserreiches
bzw. des Ersten Weltkrieges und der Zeit
des Faschismus unter Schutz gestellt. So sind
zahlreiche Kasernenbauten in Hanau und Gelnhausen
seit vielen Jahren eingetragene Kulturdenkmäler.
Schwerer tut sich diesbezüglich
die Bodendenkmalpflege, sind doch nach derzeit
geltendem Hessischen Denkmalschutzgesetz
Überreste im Boden nur dann Denkmäler,
wenn Sie aus einer Zeit stammen, in der
Zweigverein Gelnhausen