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der Ofenkeramik, deckte den Vertrieb und den
Handel mit den Firmen auf und würdigte die
innovative Kachelproduktion in Niederhessen.
In den Sommermonaten wurden die Arbeiten
an einem weiteren Beitrag zur Stadtgeschichte,
dem Heft Nr. 23 „Zwischen Himmel
und Erde“ abgeschlossen. Die Autorin Frau
Christa Pflüger-Alheit hatte die Idee, sich über
Kirchtürme und Dachreiter der Fritzlarer Kirchen
und Kapellen der Geschichte der Stadt zu
nähern.
Dem Dreißigjährigen Krieg und seinen verheerenden
Folgen für Deutschland widmete
sich ein Vortrag, den unser Vorstandsmitglied
Dr. Ulrich Skubella hielt. Anschließend informierte
Stadtarchivar Clemens Lohmann über
die konkrete Situation in Fritzlar. Der mit über
80 Gästen gut besuchte Vortrag wurde ergänzt
durch eine kleine Ausstellung mit Zeugnissen
aus Fritzlar zum Dreißigjährigen Krieg, zum
Beispiel einem Schlachtplan von 1640.
Den Jahresabschluss bildete eine Fahrt
nach Volkmarsen zur Besichtigung einer der
bedeutendsten Mikwen in Hessen. Der Förderverein
Arbeitskreis Rückblende e.V. führte
eine leider nur sehr kleine Gruppe von
Geschichtsvereins-Mitgliedern durch dieses
bedeutende Kulturdenkmal zum Judentum in
Nordhessen.
Der Vorstand des Zweigvereins
Dr. Michael Lapp, Vorsitzender, Christine
Raedler
M. A. und Gerhard Blumenröder, Beisitzer.
Mitgliederstand am 1. Januar 2019: 19
(Eintritte: 0, Austritte: 0, Todesfälle: 0)
Aus dem Jahresbericht 2018
Ab März 2019 standen wieder die Vorträge im
Mittelpunkt. Diese spiegelten Themen unterschiedlicher
Epochen wider. So referierte Prof.
Dr. Walter Mühlhausen, Geschäftsführer der
Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte,
über die Revolution von 1918/19
im Deutschen Reich und Hessen. Dabei betonte
er die führende Rolle der Sozialdemokratie,
die nach der Abdankung von Kaiser und
Einflussverlust der Fürsten sowohl in Berlin als
auch in Kassel und Darmstadt politische Verantwortung
wahrnahm. Hier hob Mühlhausen
die Situation vor Ort hervor, wo es in ökonomischer
Hinsicht zwar verheerend, jedoch zumeist
friedlich blieb. Die Menschen waren des
Krieges müde und versuchten zu überleben.
Die Waffen wurden daher überwiegend freiwillig
abgegeben, wenngleich sich der Spartakusaufstand
in Berlin zum Jahreswechsel
1918/19 ins kollektive Gedächtnis eingeprägt
hat. Der Referent bewertete dies eher als Einzelfall.
Mühlhausen betonte die Leistungen
der ersten Reichsregierung aus SPD, Zentrum
und liberaler DDP sowie der Verfassungsgebenden
Nationalversammlung, die innerhalb
Zweigverein Gelnhausen
Militärischer Aufmarsch um Fritzlar herum während
des Dreißigjährigen Krieges. Ausschnitt aus:
Matthäus Merian d. Ä., Kupferstich, August 1640