Der Leitaufsatz zum Umschlagbild 3 den jetzt zerstörten Räumen gezeigt werden könnte und dass die Idee der Burg sich ohne die zentralen Räume im Bergfried heutigen Betrachtern nicht erschließen kann. Es kamen verschiedene glückliche Umstände hinzu, die das Vorhaben überhaupt erst realistisch erscheinen ließen. So gibt es aus der Zeit kurz nach der Fertigstellung der Burg als Lustschloss des Landgrafen ein vollständiges Inventar der Einrichtung. Mit dessen Hilfe war es möglich, die Ausstattung jedes Raums nachzuvollziehen und die im Depot der Museumslandschaft Hessen Kassel befindlichen Exponate eindeutig zuzuordnen. Außerdem war es im Nachhinein hilfreich, dass Heinrich von Dehn-Rothfelser zwischen 1854 und 1861 den ersten Bergfried von Heinrich Christoph Jussow abtragen und verändert wiederaufbauen musste, da der erste Turm erhebliche statische Schäden auswies. Im Zuge dieser Arbeiten fertigte Dehn-Rothfelser eine für damalige Bedingungen exzellente Dokumentation an, auf die zurückgegriffen werden konnte. Von wesentlicher Bedeutung waren auch die Fragmente der wandfesten Innenausstattung, die aus dem Kriegsschutt gerettet worden waren. Mit ihrer Hilfe ließ sich die innere Wandschale beinahe vollständig nachvollziehen. Keine so große Hilfe, wie man vielleicht meinen könnte, waren dagegen die historischen Fotos, die in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg angefertigt worden waren. Sie zeigen die Räume in einem Zustand nach Eingriffen der preußischen Schlösserverwaltung und sind deshalb stets sehr kritisch zu hinterfragen. Vor allem die Verteilung des Mobiliars ist teilweise deutlich verändert und wohl auch zum Teil für die Anfertigung „schöner“ Fotos „optimiert“ worden. Auf der Basis der aus den aufwendigen Bibliothek im Bergfried der Löwenburg, Bauforschungen gewonnenen Informationen 2022 (Foto: HKH, Bernd Schoelzchen) Löwenburg, Bergfried, Grünes Kabinett, 2022 (Foto: HKH, Bernd Schoelzchen)