4 Der Leitaufsatz zum Umschlagbild entstand ein Plan zur Rekonstruktion der Architektur und der Inneneinrichtung. Eine Herausforderung war es, das geeignete Baumaterial für den neuen Bergfried zu finden. Der historische Ressource Tuffstein ist aus technischen Gründen problematisch und vor allem nur begrenzt verfügbar. Da zu Beginn der Planungen nicht sicher war, wie viel Habichtswaldtuff der einzige verbliebene Steinbruch im Druseltal wird liefern können und ein vergleichbarer Tuff aus anderen Regionen nicht gefunden werden konnte, wurde entschieden, einen „Kunsttuff“ herzustellen. Dieser ist technisch prüfbar und erfüllt auch den denkmalpflegerischen Anspruch, dass eine Rekonstruktion sich bei genauer Betrachtung auch als solche zu erkennen geben sollte. Außerdem werden damit die natürlichen Vorräte geschont und stehen für die vielfältigen Restaurierungsarbeiten an den anderen Architekturen des Bergparks weiter zur Verfügung. Die Herausforderung für die architektonische und technische Planung war es, moderne Anforderungen an Statik, Brandschutz, Lüftung und elektrischer Ausstattung in ein räumliches beengtes Gebäude einzubringen und dabei möglichst keine Veränderungen am historischen Bestand vorzunehmen. Dies war mit großem Abstimmungsaufwand zwischen den verschiedenen Planern tatsächlich möglich, so dass sich zum Beispiel die stets anspruchsvollen, aber absolut notwendigen Anforderungen des Brandschutzes sehr unauffällig und substanzschonend umsetzen ließen. Für die Innenausstattung wurde ein sehr detailliertes Restaurierungskonzept erstellt, dass alle Einzelteile, von der Raumschale bis zu den Möbeln und Textilien erfasste. Auf dieser Basis konnten dann Restauratoren und restauratorisch ausgebildete Handwerker die Arbeiten aufnehmen. Dabei ist es für das endgültige Erscheinungsbild von grundlegender Bedeutung, Löwenburg, Bergfried, Schlafzimmer Damenbau, 2022 (Foto: HKH, B. Schoelzchen)
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite
 
 
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite