Der Leitaufsatz zum Umschlagbild 5 dass sehr handwerklich vorgegangen wurde. Oftmals wurden nur die Basisarbeiten mit maschineller Unterstützung ausgeführt, die abschließende Behandlung der Oberflächen aber tatsächlich manuell vollendet. So sind etwa die neu eingebauten Holzfußböden in den herrschaftlichen Räumen aus Tafelparkett erstellt, dessen Oberflächen nicht maschinell geschliffen, sondern von Hand gehobelt wurden. Daraus ergibt sich ein wesentlich lebendigeres Erscheinungsbild und die Haltbarkeit des Holzes wird auch noch verbessert, da die Oberflächen nicht durch die Schleifscheibe aufgerissen werden. Viele Techniken sind heute nur noch schwer oder gar nicht verfügbar. Klappladenhalterungen, die man vor wenigen Jahrzehnten beim nächsten Dorfschmied hätte bestellen können, mussten jetzt in Sachsen handwerklich angefertigt werden. Die Holzmalerei, die den Innenräumen ein spektakuläres Erscheinungsbild verleihen, weicht in ihrer Technik so von dem ab, was Restauratoren heute beherrschen, dass die Ausführenden etwa 14 Tage am Objekt üben mussten, um ein dem Original entsprechendes Erscheinungsbild zu erreichen. 2022 konnte nach Abschluss des jetzigen Bauabschnitts eine Löwenburg wiedereröffnet werden, die in den bearbeiteten Teilen einen Zustand zeigt, bei dem alle Beteiligten mit Überzeugung sagen dürfen, dass man sich der ursprünglichen Idee des Bauwerks so weit, wie das nur irgendwie möglich ist, angenähert hat. Was jetzt aussteht und in den kommenden Jahren noch geschehen muss, ist die Sicherung und Restaurierung des Westteils der Burg mit Kapelle, Rüstkammer, Marstall und Küchenbau. Hinweis der Schriftleitung: Der persönliche Besuch ist sehr, sehr sinnvoll. Wegen Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen befragen Sie die Homepage www.museum-kassel.de. Bergfried, Vorzimmer Herrenbau, 2022 (Foto: HKH, B. Schoelzchen)