Zweigvereine 19 Sagen wurden mündlich überliefert. Erhalten sind heute jedoch vor allem die Erzählungen aus Gebieten, wo sie gesammelt und schriftlich festgehalten wurden. Karl Kollmann ist überzeugt davon, dass es auch dort, wo heute kaum noch Sagen bekannt sind, es diese Geschichten gegeben hat, dass sie aber eben nicht aufgeschrieben wurden. Erzählt wurden die Sagen gerne während der Spinnstuben- Abende, wo sie ausgeschmückt und ergänzt wurden und für wohliges Gruseln bei den Zuhörern sorgten. Sagen von Riesen, Wichteln, weißen Damen oder der wilden Jagd gibt es an vielen Orten. In dem Buch gibt es aber auch einzigartige Geschichten, wie die „Seele am Wagenrade“, für die Karl Kollmann keine weiteren Belege gefunden hat. Von der Grausamkeit unserer Vorfahren zeugen die Sagen von Bauopfern. In Brücken, Kirchen und anderen wichtigen Gebäuden wurden Kinder, später auch Tiere lebendig eingemauert, um höhere Mächte gnädig zu stimmen. Bei Bauarbeiten in späteren Jahrhunderten wurden dann mitunter Skelette gefunden. Auch in der Stadtkirche von Bad Hersfeld soll ein Kind eingemauert worden sein, erzählt die Sage. Andere Sagen berichten von verborgenen Schätzen, zum Beispiel unter dem Rotenburger Hausberg und von vielen unheimlichen Gestalten wie dem Mann ohne Kopf bei Asmushausen oder der gläsernen Kutsche zwischen Niedergude und Heinebach. Christine Zacharias, HNA / Rotenburg-Bebraer Allgemeine Gemeinsam mit dem Geschichtsverein Eschwege hat der Hersfelder Geschichtsverein ein neues Buch über Sagen aus den beiden Landkreisen herausgebracht. Das Bild zeigt von links lrmgard Schmidt, Dr. Michael Fleck, Ernst-Heinrich Meidt, Dr. Karl Kollmann, Sebastian Hild, Ingrid Waldeck, Falko Radewald und Marie Luise Bethge (Foto: Christine Zacharias)