Zweigvereine 47 Geschicke der Region. Beide hatten ein enges Verhältnis zueinander, was in einem regen Schriftverkehr der beiden bestand. Ein anderes Mal werden wir mehr Zeit für das Rochlitzer Schloss einplanen. Auf ging´s zu unserer letzten Station nach Wolkenburg-Kaufungen. An der Neuen Kirche (Schlosskirche) empfingen uns Reinhold Kaminsky, der Ehemann der Vorsitzenden des Heimatvereins Wolkenburg, Katrin Kaminsky, und die neue Ortsvorsteherin Annett Groh und hießen uns herzlich willkommen. Beim anschließenden Rundgang um das Schloss und die Neue Kirche erfuhren wir, dass der Park als Renaissancegarten Ende des 17. Jahrhunderts angelegt wurde und dass seine Gestaltung durch die landschaftlich unterschiedlichen Höhen sehr aufwendig war. Das heutige Schloss entstand Ende des 17. Jahrhunderts an Stelle der einstigen Burg Wolkenburg, die ca. 1170 durch das Adelsgeschlecht der Wolkenburg/Drachenfelser aus dem Rheinischen Siebengebirge errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer. Als Johann Georg von Einsiedel 1745 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde, besaß er das Schloss mit den Orten Wolkenburg, Kaufungen, Bräunsdorf, Wolperndorf, Ehrenberg und Knau. Dieses Erbe trat dann sein Sohn Detlef Carl an und war im Besitz derer von Einsiedel bis zur Enteignung im Jahre 1945. Nach einer Mittagspause übermittelte unser Erster Vorsitzender Albert Noll die Grüße der Gemeinde Kaufungen und übergab Buchpräsente der Gemeinde. Auch herzliche Grüße richtete er von unserem Altbürgermeister Gerhard Iske aus. Auch wir bekamen die Chronik „Wolkenburg 1241–2016“ von Kaminskys überreicht. Anschließend führte uns Reinhold Kaminsky durch die rein im Klassizismus erbaute Neue Kirche durch Detlef Carl von Einsiedel. Die Grundsteinlegung der Neuen Kirche erfolgte am 12. April 1794 durch den Dresdner Hofbaumeister Johann August Giesel und wurde am 29. Okt. 1804 geweiht. Der Weihespruch am Hauptportal – Wir wollen Gott dienen und seiner Stimme gehorchen (Jos. XXIV). Im Innern der Kirche zeigte uns Reinhold die Besonderheit des Altargemäldes, die ,,Himmelfahrt Christi“; durch Leuchteffekte veränderte er den Lichteinfall und uns erschien das Bildnis Christi in Bewegung zu sein. Der Altar, so Reinhold, besteht aus Stuckmarmor und hat die Form eines griechischen Opferaltars, rechts und links befinden sich Engel mit einer Opferschale und einem Rauchfass (Offb. Joh. 3 VIII), beide bestehen aus Eisenkunstguss. In der Taufkapelle beschrieb uns Herr Kaminsky das Taufbecken, das aus einem gusseisenförmigen Dreifuß mit Löwenfüßen, verziert mit Rohrkolben und Lilienzweigen als Symbol der Gnade Gottes, der Reinheit und einer vergoldeten Messingschale besteht. An der Decke wird in Form einer Taube auf die Ausgießung des Heiligen Geistes hingewiesen. Die Orgel, ein Werk der Brüder Jemlich in Dresden, wurde 1904 eingebaut; sie hat achtzehn Nebenzüge und zweiundzwanzig klingende Stimmen. Das Orgelgehäuse ist gestaltet nach den Propyläen des Parthenon der Akropolis über Athen. Auf der Orgel liegt das Lamm Gottes, im Hintergrund der Strahlenkranz der aufgehenden Sonne. Die Kanzel schmücken vier Bischofsstäbe, die die vier Evangelisten Lukas, Matthäus, Markus und Johannes symbolisieren. Der Ort Kaufungen in Sachsen wurde 1226 erstmals urkundlich erwähnt und ist eine der ältesten Gemeinden in der Umgebung. Geprägt wird der Ort durch die Kirche St. Gallus von 1254 und einem Schloss, ein ehemaliges Rittergut des Kunz von Kaufungen, der 1455 durch den Raub der Prinzen Ernst und Albrecht des