46 Zweigvereine Nationaldenkmal eingeweiht. Einige unserer Teilnehmer nahmen auch das Innere des Denkmals in Augenschein, bevor wir unsere Stadtrundfahrt fortsetzten. Sie führte weiter an den zahlreichen Sportstätten der Stadt, an Denkmälern der Industriekultur, wie dem Dr. Karl-Heine- Kanal im Stadtteil Schleusing, dem Denkmal für Klara Zetkin, dem Reichsgericht und der St. Trinitatiskirche vorbei. Nun sahen wir die Zentrale des Mitteldeutschen Rundfunks, ein ehemaliger Schlachthof. Am alten Gasometer vorbei kamen wir an das Messe-Kongress- und Ausstellungsgelände. Schon seit dem 12. Jahrhundert sind hier Marktveranstaltungen nachweisbar. Leipzig war bis 1945 die „Buchstadt“ Nr. 1 in Deutschland. Vorbei am Max-Plank- Institut, der Universität mit z. Zt. ca. 20.000 Studierenden. Nach dem Einchecken im Hotel hatten wir nun genügend Zeit, die imposante Altstadt mit dem alten Rathaus, dem Marktplatz, der Mädler Passage und Auerbachs-Keller, wo sich Goethe zur Tragödie von Dr. Faust und Mephisto inspirieren ließ, in Augenschein zu nehmen. Am nächsten Morgen ging es nach Rochlitz. Im Bus wurden wir durch Heidi Noll schon über die die Stadt und die Region prägende Figur der Elisabeth von Rochlitz informiert. Nach einer knappen Stunde kamen wir auf dem Parkplatz an der Mulde von Rochlitz an und wurden direkt von unserer Stadtführerin im historischem Gewand der Elisabeth von Rochlitz in Empfang genommen. Zu Fuß ging es in Richtung Altstadt. Rochlitz, das heute ca. 6000 Einwohner zählt, wurde im Jahre 996 erstmals urkundlich erwähnt. Zahlreiche Gebäude der Stadt sind mit rotem Porphyr erbaut, der hier bereits vor ca. 2000 Jahren abgebaut wurde. Mit diesem Vulkangestein wurde auch die Basilika des Klosters Wechselburg errichtet. Wir betrachteten die Mühlen der historischen Altstadt und kamen dann zur Kirche St. Kunigunde. Eine Kapelle soll als Vorgängerbau im 11. Jahrhundert im Auftrag von Kunigunde errichtet worden sein. Ende des 12. Jahrhunderts wurde sie zur romanischen Kirche umgebaut, was man heute noch an den Pfeilern mit Chor erkennen kann. Aufwändig wurde 1417 ein Umbau im spätgotischen Stil begonnen und etwa 1476 fertiggestellt. Die Kirche erhielt zwei spitze Türme, die aber 1688 durch einen Stadtbrand vernichtet worden sind. Man entschied sich beim Wiederaufbau dann nur noch auf einen Mittelturm. Besonders bemerkenswert ist der von 1513 geschnitzte, doppelflügelige Altar des Bildhauers Philipp Koch aus Freiberg, ein Schüler von Cranach. In der Mitte sind die Heilige Kunigunde und Heinrich II., dargestellt. Links daneben befindet sich Anna Selbdritt, die Mutter Marias und rechts der Apostel Thomas. Die Altarflügel können zweimal gewendet werden und enthalten Szenen aus dem Leiden Christi und den Vierzehn Nothelfern. Über dem Retabel erhebt sich ein prächtiges farblich gefasstes Gesprenge aus Rankenwerk und Fialen, das weitere Figuren enthält. Gottvater präsentiert seinen am Kreuz geopferten Sohn, flankiert von Johannes und Maria. Darüber schwebt die Taube des Heiligen Geistes, und ganz oben erscheint noch einmal die Madonna mit Kind im Strahlenkranz. Unten ist das letzte Abendmahl dargestellt. In der Nähe vom Schloss angekommen, war die Zeit schon so weit fortgeschritten, dass ein Besuch leider nicht mehr möglich war. Hier wird die Lebensgeschichte der dort residierten Elisabeth von Rochlitz präsentiert. Wie schon zuvor durch Heidi Noll im Bus informiert, lenkte einst Elisabeth, die am 4. März 1502 in Marburg geboren wurde und die Tochter Landgraf Wilhelm des II. und Schwester unseres Landesfürsten Philipp des Großmütigen war, die