52 Zweigvereine getrieben, in die Kohlenmonoxid-Gas eingeleitet wurde, sodass die Opfer einen qualvollen Erstickungstod erleiden mussten. Um sie zu beruhigen, hatte man ihnen lapidar erklärt, sie würden zum Duschen geführt, bevor sie zum Arbeitseinsatz in der Ukraine kämen; in der Zwischenzeit sollte ihre Kleidung desinfiziert werden. Nur einer überlebte: 250 000 Juden aus ganz Europa wurden im Vernichtungslager Sobibór ermordet, die Gaskammern in der Mordfabrik Sobibór liefen von April 1942 bis 14. Oktober 1943, als eine Gefangenenrevolte dem Ganzen ein Ende bereitete. Es war der einzige erfolgreiche Aufstand in einem deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager. Robert Eisenstädt aus Hanau war der einzige Überlebende, er hatte sich durch Flucht retten können. Alle anderen 508 Menschen, die im Juni 1942 aus Kassel verschleppt worden waren, fanden den Tod. Entlang des letzten Weges, den die jüdischen Frauen, Kinder und Männer zur Gaskammer gehen mussten, stehen heute kleine immergrüne Bäume. Natursteine am Wegesrand tragen die Namen von in Sobibór Ermordeten. Ein weiterer Großtransport fuhr am 7. September 1942 von Kassel ins Getto Theresienstadt. Damit war der RB Kassel „judenrein“. HNA/Hersfeld-Bebraer Allgemeine So wie zu alten Isenbähner-Zeiten wird das Ganze natürlich nicht über die Bühne gehen. Aber man kann tatsächlich seit ein paar Tagen mit dem Zug zur kleinen, aber feinen „Hessenstube“ fahren. Wer sich mit Heimat- und Regionalgeschichte beschäftigt, bräuchte sich eigentlich nicht zu wundern, wenn er im Bebraer Bahnhof ab sofort wie folgt per Lautsprecherdurchsage begrüßt würde: „Achtung an Gleis 3: Die als ,Hessenstube‘ bekannte regionalgeschichtliche Bibliothek des Geschichtsvereins Altkreis Rotenburg hatte Einfahrt nach Bebra. Sie ist im Nordflügel des Inselgebäudes untergebracht und jeden Donnerstagnachmittag von 13:30 bis 17:00 Uhr für Sie geöffnet. Wir wünschen einen angenehmen und erfolgreichen Aufenthalt.“ Weil der Landkreis in Rotenburg Platz für die Albert-Schweitzer-Schule brauchte und in der ehemaligen Kreisstadt kein Ausweichquartier für die bislang im Medienzentrum des Kreises angesiedelte Spezialbibliothek gefunden werden konnte, nahm der Geschichtsvereinsvorstand das Angebot der Stadtentwicklungsgesellschaft Bebra an, die „Hessenstube“ in das über geeignete und barrierefrei erreichbare Räumlichkeiten verfügende Inselgebäude zu verlagern. „Wir freuen uns sehr, dass wir hier so unbürokratisch und herzlich aufgenommen worden sind“, sagte Geschichtsvereinsvorsitzender Gerhard Rabe, als er am Sonntag zusammen mit Schatzmeister Reinhold Salzmann im Rahmen einer kleinen Feierstunde Vereinsmitglieder, Landrat Torsten Warnecke, Bebras Bürgermeister Stefan Knoche und Rotenburgs Erster Stadtrat Claudius Nölke sowie Natascha Helbig und Melanie Schütt als bei früheren Arbeitsaufenthalten und beim Umzug hilfreiche Mitarbeiterinnen des Medienzentrums in den neuen Räumlichkeiten begrüßte und zum Rundgang einlud. Lesenswertes in Auswahl Die „Hessenstube“ ist nach Bebra umgezogen
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