Zweigvereine 57 Die Grafen von Ziegenhain und Nidda sind ein in Hessen bekanntes Adelsgeschlecht. Hans Merle geht in seinem Buch der Frage nach, wo und wann diese Linie ihren Ursprung genommen hat. Da in späteren Urkunden Gozmar als Graf von Ziegenhain genannt wird, ist der Autor dieser Spur gefolgt und hat sämtliche Urkunden gesammelt, transkribiert und – was ungewöhnlich und aufwendig ist – fotografiert, in denen der Name Gozmar auftaucht. Die frühesten Belege finden sich für die Jahre 780 und 844. Im weiteren Verlauf werden die verwandtschaftlichen Beziehungen der Gozmar- Linien und die der Grafen von Reichenbach und der Grafen von Ziegenhain betrachtet. „Grafen von Ziegenhain“, nämlich Bobbo und sein Bruder Gottfried, werden zum ersten Mal 1144 erwähnt. Bekanntlich ist die Adelslinie 1450 ausgestorben. Da die verschiedenen Personen in den Urkunden zumeist nur als Zeugen vorkommen, erfahren wir über ihr Leben und Wirken so gut wie nichts. Nur ausnahmsweise hören wir davon, dass Graf Bobbo von Reichenbach 14 Hörige gegen eine Frau mit ihren Kindern und Habe eintauscht, was der Bischof von Würzburg beurkundete, und dass Bobbo II. übergriffig gegenüber dem Kloster Oberwerbe geworden ist. In das fäkalische Kuriositätenkabinett gehört der sogenannte Latrinensturz von Erfurt 1184. Bei dem königlichen Hoftag stürzten etwa 60 Anwesende, darunter viele Adlige, wegen morscher Balken durch zwei Stockwerke und fanden in der Toilettengrube den Tod, darunter auch Graf Gozmar III. von Ziegenhain. Bernd Lindenthal Vor etwas mehr als zwei Jahren fasste der Kirchenvorstand in Holzburg den Beschluss, ein Buch über die ereignisreiche Vergangenheit der Holzburger Kirche zu schreiben. Federführend bei dem Projekt war Hans Merle. Dies sei für den Historiker und Vorsitzenden des Geschichtsvereins Schwalm, im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, eine interessante Aufgabe gewesen, denn Merle sei auch Mitglied des Kirchenvorstandes, heißt es in einer Mitteilung. Er machte sich mithilfe von Klaus Schäfer aus Marburg, der als Pfarrer längere Zeit im Knüll tätig war, sofort an die Arbeit. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen war es Merle nur möglich, alle zwei Wochen für wissenschaftliche Arbeiten in das Staatsarchiv Marburg halbtags zu fahren. Auch die Arbeiten im Darmstädter Archiv mussten immer mehrere Wochen vorher abgestimmt werden, so die Verantwortlichen. Bei den Arbeiten für das Buch wurden weit mehr als 100 Karten, Urkunden und Sachakten eingesehen und Ausschnitte davon in den Fotolaboren der Archive digitalisiert. Aus Zeitgründen ging Merle dazu über, viele Akten zu verfilmen und auszudrucken, damit die beiden Chronisten immer genug arbeiten konnten. Dabei machten Hans Merle und Klaus Schäfer einige interessante Lesenswertes in Auswahl Gotteshaus seit 1285 – Buch über die Holzburger Kirche vorgestellt Lesenswertes in Auswahl Neues von den Ziegenhainer Grafen
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