58 Zweigvereine Der Vorstand des Zweigvereins Auf der Jahreshauptversammlung des ZV Witzenhausen am 7. Februar 2023 wurde der Vorstand neu gewählt. 1. Vorsitzender bleibt Hans-Jürgen Markolf, 2. Vorsitzender ist Werner Keller, Schatzmeisterin Ingrid Breiding und Schriftführer Hartmut Denecke. Den Beirat bilden Thomas Lotze, Dr. Susanne Rappe- Weber und Karin Roßberg. Mitgliederstand am 1.1.2023: 96 (Eintritte: 1, Austritte: 1, Todesfälle: 1) Aus dem Jahresbericht 2022 In der zweiten Hälfte des Jahres 2022 konnten wir erfreulicherweise unseren Mitgliedern nochmal vier Angebote machen. Zum Auftakt schilderte Dr. Karl Kollmann (Bischhausen) das abenteuerliche Leben des Söldnerführers Georg von Reckrodt (1503–1559), der sich mit einem überdimensionalen Grabmal in der Kirche von Herleshausen selbst ein Denkmal gesetzt hat. Er war ein Söldnerführer, wie sie für die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts typisch waren. Nach eher bescheidenen Anfängen avancierte er zu einem bedeutenden Mann, dessen Handwerk ZWEIGVEREIN WITZENHAUSEN der Krieg war. In seinem abenteuerlichen Leben kämpfte er nicht nur im heutigen Deutschland, sondern auch im „Ausland“. Verschiedene Herrscher sicherten sich seine Dienste und damit auch gute Erfolgsaussichten. Bei seiner Mitarbeit an der Chronik von Herleshausen war Dr. Kollmann auf diesen außergewöhnlichen Mann aufmerksam geworden. Die Referentin beim nächsten Vortrag war Ruth Piro-Klein, die 2. Vorsitzende des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Sie erläuterte spannend die Entwicklung der Unterwäsche während drei Jahrhunderten. Ihr Vortrag begann mit der Aussage: „Am Anfang war das Hemd“. Es wurde von Männern wie Frauen gleichermaßen getragen und war Bestandteil jeder Aussteuer. Vom Reifrock des 17. Jahrhunderts bis zur Krinoline des 19. Jahrhunderts wurde ebenso berichtet wie von der Wespentaille, die auf bis zu 30 cm Umfang zusammengeschnürt war. Selbst in der Schwangerschaft ging die elegante Dame nicht ohne Schnürkorsett. Auch die durch diese extreme Schnürung, teilweise schon bei Kindern auftretenden Gesundheitsschäden wie Skelettdeformierungen und vor allem neue Entdeckungen. So zum Beispiel, dass es in Holzburg von 1785 eine Wehrkirche mit Turm und vielen Wachtürmchen gab. Auch wurde in einer alten Truhe (die HNA berichtete) alte Kastenrechnungen aus dem Jahr 1582 gefunden, aus denen hervorgeht, dass der Kirchenwald schon seit dieser Zeit zu der Pfarrei Holzburg gehörte, es aber trotzdem Streitigkeiten mit Merzhausen gab, die sog Schlägereien, bei denen Blut floss. Auch über die Filiale Fischbach, die seit 1630 zu der Holzburger Kirche gehört, gibt es neue Erkenntnisse. Bei den Predigern, die seit 1285 nachweisbar sind, sind laut Mitteilung sogar fast komplette Lebensläufe vorhanden. So wisse man jetzt, warum der evangelischlutherische Glaube bis heute noch das Bild von Holzburg präge und auch was in den Conventsprotokollen und im „code civil“ niedergeschrieben sei, heißt es von Kirchenvorstand und den Autoren. Das Buch „Die Kirche zu Holzburg – Die Kirchengeschichte von 1285 bis 1950“ umfasst 288 Seiten. HNA/Schwälmer Allgemeine, 14.11.2022