Der Leitaufsatz zum Umschlagbild 7 größte Schatz, den Schütz in Kassel hinterlassen hat, in den Beständen der Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel. Keine andere Bibliothek besitz so viele Unikate von Kompositionen des Heinrich Schütz, die noch heute vielfach aufgeführt werden und die Zeugnis davon ablegen, wie sehr Schütz bis ins hohe Alter mit Kassel und dem hessischen Landgrafenhaus in Dankbarkeit verbunden war. Arno Paduch, Vorsitzender der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft (4) Hommage an Heinrich Schütz Kassel galt bis zur Kriegszerstörung am 22. Oktober 1943 als eine der schönsten Städte Deutschlands. Dabei repräsentierte die Stadt besonders gut das reiche architektonische Erbe einer typischen Residenz- und Hauptstadt eines mittleren Territoriums in Deutschland als Sitz von Landgrafen, Kurfürsten, auch Königen während 700 Jahren. Bedeutung und Rang der hessischen Fürsten und ihre Verwandtschaft mit den Königshäusern Europas machte deren Residenzen zum Maßstab für Kassel. Dies ist heute nur noch auf Wilhelmshöhe und in der Karlsaue erlebbar. Das eigentliche historische Kassel, die heutige Innenstadt, hat diese Qualität verloren. Kriegszerstörung, aber vor allem der Wiederaufbau, propagiert unter der Doktrin „Die neue Stadt auf altem Grund“ bedeutete Verzicht auf, ja bewusste Beseitigung, erhaltener Bezüge und Denkmale, z. B. des barocken Portals des Friedrichsgymnasiums in der Königstraße, des Vier-Flüsse-Brunnens auf dem Scheidemannplatz, der prächtigen Renaissance- Portale von Bürgerhäusern rund um den Altmarkt, der weitgehend erhaltenen Staatstheaterruine. Die historische Gestalt und das Erbe von über 1000 Jahren Kulturgeschichte ist wissenschaftlich gut aufgearbeitet und dokumentiert,
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