8 Der Leitaufsatz zum Umschlagbild allein durch die fünf großen Bände der „Bau und Kunstdenkmäler“ von Aloys Holtmeyer (1923), aber kaum etwas davon ist im Stadtbild heute lokalisierbar. Ereignisse und Fakten von europäischer Bedeutung wie die Hessische Reformation, der in Kunst und Wissenschaft prächtige Renaissancehof Landgraf Moritz‘ des Gelehrten, die Aufnahme und Integration der Hugenotten, die Kasseler Aufklärung sind heute im Stadtbild kaum wahrnehmbar. Wo fand dies alles statt? Es ist der Versuch und das Ziel des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde in Kassel, hier Ersatz zu schaffen. So stiftete er bereits zur Erinnerung an Philipp den Großmütigen und die Hessische Reformation die beiden großen Bronzereliefs von Hans Everding an der Martinskirche. Dazu gehört nun auch die Tafel für Heinrich Schütz an der Brüderkirche zur Erinnerung an die Renaissancekultur am Hof Landgraf Moritz des Gelehrten in Kassel. Karl-Hermann Wegner, Museumsdirektor i. R., Mitglied Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde (5) Hommage an Heinrich Schütz Stadtdekanin Barbara Heinrich begrüßte als Hausherrin die Teilnehmer der Heinrich-Schütz- Gesellschaft, die Vertreter des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 1834 e. V., der Dank gilt insbesondere auch dem Kasseler Zweigverein und seinem Vorsitzenden Herrn Jürgen Fischer, für seine spontane großzügige Unterstützung. Die sich mit den Vertretern des hessischen Musiklebens, namhaften Historikern und Forschern zur Hofkapelle des 16. und 17. Jahrhunderts in Kassel vor der noch verhüllten Tafel eingefunden hatten. Als Vorstandsvorsitzende der „Stiftung Alte Brüderkirche“ drückte sie deren große Freude darüber aus, dass jetzt die Alte Brüderkirche als wichtiger Ort während der Ausbildung und im Leben des Komponisten Heinrich Schütz nun für eine breite Öffentlichkeit in Kassel sichtbar und bekannt gemacht wird. Sie dankte sehr herzlich allen, die mit ihrem nachhaltigen Einsatz für die Realisierung gearbeitet haben, und allen Sponsoren, die diese schließlich ermöglichten. Die Alte Brüderkirche in Kassel ist die älteste Kirche der Innenstadt und ein einzigartiges historisches Baudenkmal des Mittelalters, das in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben ist. Die Karmeliter-Klosterkirche wurde in der Reformation (1526) zur Pfarrkirche der Ev. Altstadt-Gemeinde und blieb dies auch nach Zerstörung (1943) und Wiederaufbau, bis die Gemeinde 1970 in ihre neu erbaute Neue Brüderkirche umzog. Das historische Gebäude, ohne kirchliche Nutzung, drohte durch Leerstand allmählich zu verfallen. 1995 wurde die „Stiftung Alte Brüderkirche“ ins Leben gerufen, und ein ehrenamtlich tätiger Stiftungsvorstand gewählt, der sich für den Erhalt der Kirche einsetzt. So konnte die Alte Brüderkirche nun schrittweise restauriert und neuen Nutzungen zugeführt werden. Sie steht seitdem für Veranstaltungen zur Verfügung, die der Würde des Hauses entsprechen, ob Vorträge, Konzerte, Empfänge oder Festlichkeiten. Die Alte Brüderkirche ist der besondere Ort für besondere Veranstaltungen. Sie bietet nach wie vor aber auch die Möglichkeiten für besondere Gottesdienste. So findet gerade auch heute, gleichzeitig zu unserer Heinrich-Schütz-Veranstaltung, der große gemeinsame Gottesdienst der orthodoxen Gemeinden Kassels statt, die hier heute das orthodoxe Osterfest feiern. Stadtdekanin Barbara Heinrich, Vorsitzende des Stiftungsvorstandes „Alte Brüderkirche Kassel“
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