Zweigvereine 47 Vortrag am 16. Juni schlugen Dr. Stephanie Hanke und Dr. Antje Scherner dann den Bogen von den italienischen Gartenanlagen mit ihren Grotten und Wasserkünsten zu den Kasseler Planungen Landgraf Carls. Und bereits am 7. Mai erinnerten Sabine Köttelwesch und Erika Mohs an Caroline von Schlotheim, ausgehend von den Tagebüchern Kurfürst Wilhelms I. (Vortrag und Lesung im Rahmen des Tags der Literatur, HR 2). Begleitend präsentierten beide Vereine sowie der Kneipp-Verein Kassel in Kooperation mit HKH, Kassel Marketing, Kurhessen- Therme und Habichtswald-Klinik von April bis September an wechselnden Standorten eine Plakatausstellung „Wasser und Welterbe – Kurbad Wilhelmshöhe“, samt Vorträgen und Führungen durch die Ausstellung (seitens des Zweigvereins durch Jürgen Fischer), außerdem mit Führungen durch den Stadtteil und durch den Habichtswald – die Zuleitungsquelle der barocken Wasserkünste. Zum vielfältigen Jubiläumsprogramm gehörte auch eine Ausstellung der HKH: Sie präsentierte als 3D-Animation den barocken Planungsstand des Carlsbergs, wie er in den Gemälden von Jan und Rymer van Nickelen wiedergegeben ist. – Ungefähr dieser Planungsstand war vermutlich auch in einem großen Holzmodell dargestellt: Während seiner Anfertigung waren die fertigen Teile aufgeteilt im ‚Kunsthaus‘ Landgraf Carls zu sehen, wie auch jener Gemäldezyklus; nach 1717 war es dann das bedeutendste Stück des neuen Kasseler Modellhauses, bis dieses in der westphälischen Zeit aufgelöst, das Holz der eigentlichen Modelllandschaft verkauft wurde. Vor diesem Hintergrund lud der Zweigverein im Oktober zu zwei Vorträgen ein (in Kooperation mit der HKH): Am 11. Oktober stellte Elisabeth Burk aus ihrer Dissertation neue Forschungsergebnisse zum Kunsthaus vor – eine damals einzigartige Einrichtung mit Laboratorien, einem anatomischen Theater, Räumen für wissenschaftliche Instrumente und Kunstwerke sowie einem Auditorium für das 1709 eröffnete Collegium Carolinum. Dabei ging sie auch auf die Persönlichkeiten ein, die mit der Verwaltung des Kunsthauses betraut waren. Am 25. Oktober folgte ein Vortrag von Dr. Sebastian Fitzner über das ebenfalls einzigartige Modellhaus – es war ebenso Thema seiner Dissertation gewesen, und nun gab er Einblicke in die Geschichte des Gebäudes und seiner Sammlung an Modellen landgräflicher Planungs- und Bauprojekte. Aber auch eine wichtige Publikation zur mittelalterlichen Geschichte Kassels wurde im Programm gewürdigt: Die „Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Kassel“, die weitgehend noch vom verstorbenen Dr. Wilhelm A. Eckhardt bearbeitet worden waren, wurden am 1. Juni durch Caroline von Schlotheim (1767–1847), seit 1788 offizielle Mätresse Kurfürst Wilhelms I. (Gemälde von Wilhelm Böttner, 1788, Wikimedia Commons)
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