54 Zweigvereine hier ins Museum. Eine der größten Sammlungen historischer Feuerwehrfahrzeuge Europas, Oldtimer aus der Frühzeit der Automobilgeschichte bis heute und Zweiräder aller Art sind hier ausgestellt und beschrieben. Die vielen mechanischen Musikinstrumente und Orchestrien stellen eine Besonderheit dar, die durch ihren Klang uns während des Rundgangs oft begleiteten. Aber auch die Raumfahrt kommt hier nicht zu kurz. Sie zählt zur größten Ausstellung Europas und erzählt die Geschichte aus den frühen 1960-Jahren bis zur aktuellen Raumstation ISS. Eine original Sojus Raumkapsel und die Präsentation der internationalen und deutschen Raumfahrer fehlen hier nicht. Der letzte Tag führte uns nach Heidelberg. Nach der Aufteilung in drei Gruppen ging es ins historische Zentrum der Stadt am Neckar. Heidelberg wurde 1196 erstmals urkundlich benannt. Die riesige Schlossruine, das Wahrzeichen von Heidelberg, lag majestätisch über uns. Unsere Stadtführer informierten, dass schon 1225 eine Burg erwähnt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Burg, die aus Neckartal-Sandstein erbaut wurde, immer mehr zum Schloss. Der älteste erhaltene Teil entstand durch Kurfürst Ruprecht III. zwischen 1398 und 1410. Die beiden weiteren Bauphasen waren der Gläserne Saalbau von 1546 und der Ottheinrichsbau von 1556 bis 1559, die im Stil der Renaissance errichtet wurden. In den Jahren 1601 bis 1607 wurde das Schloss durch den Friedrichsbau erweitert. Nach der Zerstörung im Orléansschen Erbfolgekrieg und dem anschließenden Wiederaufbau wurde das Schloss durch Blitzschlag und Brand im Jahre 1764 wieder zerstört. Bis heute ist das Schloss eine Ruine, an der nur notwendige Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Im Keller des Schlosses steht immer noch das größte Weinfass der Welt mit einem Fassungsvermögen von 221.726 Litern. Bei unserem Rundgang, rechts und links der Hauptstraße wurden wir über viele Prachtbauten informiert. Hervorzuheben ist das alte Rathaus von 1701 mit einem Glockenspiel, die alte Universität mit ca. 40.000 Studierenden. Interessant war zu hören, als wir vor dem Studentengefängnis, den „Karzer“ standen, dass seit dem Ende des 18 Jahrhundert bis 1914 Studenten für Delikte wie nächtliche Ruhestörung oder andere Verstöße gegen die öffentliche Ordnung für einige Tage inhaftiert wurden. Bewundernswert sind die berühmten Malereien, die regelmäßig aufwendig restauriert werden müssen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die „Alte Brücke“, die Kurfürst Karl Theodor 1788 erbauen ließ. Besonders schön ist das Brückentor mit den zwei Türmen am südlichen Ende der Brücke. Zuletzt unternahmen wir noch eine Schiffstour auf dem Neckar. Während der Fahrt nach Neckarsteinach wurden wir über die Sehenswürdigkeiten rechts und links des Flusses unterrichtet. Einen besonders schönen Blick konnten wir nun über die gesamte Altstadt von Heidelberg genießen. Vorbei ging es an der beeindruckenden Benediktinerabtei Stift Neuburg und dem malerischen Neckargemünd. Die reizvolle Berglandschaft des Neckartal- Odenwald begleitete uns bis zur Anlegestelle in Neckarsteinach. Auf dem 367 Kilometern langen Neckar gibt es 27 Staustufen von denen wir zwei auf unserer Strecke passieren mussten. Unser Busfahrer erwartete uns schon oberhalb der Anlegestelle. Nun hieß es Abschied nehmen von unserer Dreitagestour. Heidi Noll/Peter Groß