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mit dem Rathhause und der Kirche, welche – verschieden von der Klosterkirche zu St. Jakob – im Jahr 1257 die ecclesia forensis, im Jahre 1275 eclesia pagensis genannt wird. Ueber den Platz, wo das gräfliche Schloß zu Rinteln gestanden hat, welches 1395 noch existirte, lassen sich nur sehr unvollständige Nachrichten ermitteln.

In einem ferneren Vortrage ward die Begründung des Klosters Obernkirchen besprochen. Es ward nachgewiesen, daß dasselbe kurz vor 1167 durch den Bischof Werner von Minden zuerst errichtet worden, daß mithin die vielfach vorkommende Angabe, es sei schon im Jahre 915 von Ludwig dem Frommen gestiftet und 936 von den Hunnen überfallen, unhaltbar erscheine. Zwischen den Jahren 1153 – 70 machte der Ritter Mirabilis (homo nobilis), der letzte seines Stammes, eine beträchtliche Schenkung zu Gunsten der mindenschen Kirche, unter der Bedingung, daß auf dem Bruchhofe bei Stadthagen ein Kloster errichtet werde. Dieß ist jedoch nicht geschehen und da die erste, sehr geringe, Dotation des Klosters Obernkirchen in Güterstücken bei Stadthagen bestand, so liegt die Vermuthung nahe, daß Bischof Werner auf diese Weise die obige Bedingung zu erfüllen suchte, und daß mithin diese Güter aus der Schenkung des Ritters Mirabilis entnommen sind. Das Kloster war immer abhängig von den Bischöfen von Minden, erlangte jedoch im Jahre 1181 Archidiaconatsgerechtsame und den bischöflichen Bann über 11 Kapellen. In demselben Jahre bestätigte Kaiser Friedrich I. den Güterbesitz des Klosters und verlieh der villa Ouerenkirchen Marktgerechtigkeit. Von einer päpstlichen Bestätigung ist nichts bekannt. Die Güter, welche das Kloster nach und nach erworben hat, lassen sich zum Theil noch nachweisen und es wurde dazu aufgefordert, dieses, soviel es nicht schon klar vorliege, durch Nachforschungen zu bewirken, namentlich hinsichtlich eines zwischen 1181 u. 1185 vom Kloster erworbenen „predium in Herdissen, quod in Silva Bukiburg situm est, quod diuturno tempore desertum et inutile erat“.

Am 14. Februar hielt Herr Pfarrer Berger einen, die Geschichte der Einführung der Reformation in der Grafschaft Schaumburg behandelten Vortrag. Derselbe begann mit einem kurzen Referat über die Gestaltung, welche die Reformation in den die Grafschaft Schaumburg unmittelbar begrenzenden Gebieten, Lippe-Detmold, Minden und Hameln

 

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