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3. Zur Beantwortung.der Anfragen Nr. 4 der Periodischen Blätter in Bezug auf Bingenheim.
a. Von Herrn Professor Dr. DieffenbachZu 2. Daß diejenigen Dörfer, welche nicht unmittelbar zu Bingenheim gehörten, aber doch an der Mark betheiligt waren, Hinspacher (Hiensbacher) genannt werden, ist so zu erklären: Hins oder Hinse ist so viel als hinseits oder jenseits und heißt mitteldeutsch hinsit oder hinset auch hensit. So wird noch jetzt derjenige Theil von Florstadt (Unterflorstadt), welcher jenseits der Nidda liegt, Hinsebach genannt. In einer (ungedruckten) Friedb. Urkunde von 1344 steht u. a. „hynsit der Rodilbach“. In dem Engelbacher Saalbuch von 1340 findet sich der Ausdruck hinsit der brucken, und in einer Arnsb. Urkunde von 1420 heißt es hensit der Bach. (Baur Arnsb. Urk. Nr. 1172 Note). Da nun die Dörfer Reichelsheim, Heuchelheim, Weckesheim und Dornassenheim von der eigentlichen fuldischen Mark durch die Horloff getrennt sind, so werden ihre Bewohner Hinsbacher d. i. Bewohner jenseits des Baches – genannt. Zu 3. u. 4. Was das Wort Broil (Breul, Brühl) betrifft, wie eine Strecke unweit Echzell heißt (der dabei liegende Hügel wird Broiler Kopp genannt – Archiv für Hess. Gesch. V. 2, Heft XIII. S. 48), so habe ich ein Weiteres hierüber bereits im Archiv f. Hess. Gesch. VI. S. 28 Note mitgetheilt und erlaube mir auf diese Stelle zu verweisen. Ich will hier noch auf eine Stelle aus einer Urkunde von 1287 aufmerksam machen, wo zu Burkhardsfelden eine Wiese „pratum quod bruel dicitur“ bezeichnet ist. (Baur Arnsb. Urk. Nr. 211.) Schließlich füge ich noch bei, daß gewisse Allmenden noch jetzt alljährlich unter die betheiligten Gemeindemitglieder „ausgeschlagen“ werden. _______________________ [süd-]deutschen Gegenden s. v. a., wenn man sonst sagt, Schweine, Stiere, Widder u. dgl. schneiden.“
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