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Zu 2. Das durch die Gemarkungen der fraglichen Dörfer fließende Bächlein, welches bei der Reichelsheimer Mühle in die Horlof fällt, verdankt wohl seinen Namen eben dem Umstande, daß diese Dörfer von den Bewohnern der fuld. Mark links der Horlof die Hinspacher, Hiensbächer (Hiensbacher ). d. h. die jenseits der Bach (der Horlof) liegenden, genannt worden sind. Das „Hiens“ wird nasal oder vielmehr so gesprochen, daß das n gar nicht gehört wird. Daher mag es kommen, daß Gärten, welche nordwestlich von Eckartsborn, im dasigen Felde liegen, als die „Hiessegärten“, d. h. die jenseits liegenden Gärten, in den Flurbüchern vorkommen. - In einem Verzeichnisse der Pfarrzinsgefälle der Pfarrei Usenborn aus dem 16. Jahrhundert kommt aus der Gemarkung eines ausgegangenen Dorfes, Namens Heilnstein (auch Heylnstein geschieben) zweimal vor: „von einer Halben Huobe die leidt hinsig (jenseits) dem Wasser.“ Zu 3. In der Gegend von Bingenheim, auf welche sich Herr Dr. Landau’s Anfrage bezieht, wird unter dem Riede vorzugsweise die Wiesenfläche auf der rechten Seite des dermaligen Horlofbettes zwischen Gettenau und Reichelsheim verstanden. Dieses Ried wird auch das alte Ried genannt. Zu Zeit der Entstehung der im Sprechsaale des Heftes Nr. 1 dieser Bl., neuester Folge, unter 3. b. allegirten Urkunde, war aber die sogenannte alte Bach in dieser Gegend das Bett der Horlof; das dermalige Bett derselben von der Gegend von Grundschwalheim an ist viel später gegraben worden. Der Reichsforst, von welchem in der Urkunde die Rede ist, reichte also nur bis zum linken Ufer der alte Bach, welche nur einige Minuten östlich von der neuen Bach entfernt ist. Wohl mag aber früher allerdings auch die ganze zwischen diesen beiden Bächen befindliche Wiesenfläche zum Riede gerechnet worden sein, und ein Theil derselben trägt auch noch immer diesen Namen, nämlich das sogenannte Burgerried. Dieses ist Almende der Gemeinde Bingenheim, war früher Hutweide, wird aber in neuerer Zeit als Wiese benutzt, und in Loostheilen an die Ortsbürger zum Gebrauch vergeben. Nach diesem Burgerriede zog früher alljährlich am 3. Pfingsttage der sogenannte Ausschuß des alten Amtes Bingenheim, bestehend aus den verheiratheten Män-[nern]
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