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[Män]nern bis zu einem gewissen Lebensalter, eine Art Sicherheitsgarde *) unter Vortragung der Ausschußfahne und mit klingendem Spiele, worauf sich in dazu vorhandenen Zelten an Tanz und an Speise und Trank vergnügt wurde. In den vorstehend bezeichneten Wiesenstrecken finden sich jetzt Bezirke des Namens Breul nicht mehr vor. Dagegen sind solcher Bezirke drei in den Wiesen auf der linken Seite der alten Bach, in welcher aber jetzt kein Bezirk mehr den Namen Ried trägt, nämlich der Breul (Breile) bei Echzell und der große und kleine Breul, in der Richtung zwischen Bingenheim und der sogenannten Bilgesheimer, auch schlechtweg als Bilgesheim vorkommenden Mühle. Unweit dieser beiden letzteren Breule ist eine Stelle, wo ich einen ausgegangenen Ort, Bilgesheim suche, und wo noch umzäumte Gärten, die sogen. Breulgärten, ein Brünnchen mit trefflichem Wasser, das sogenannte Breulbrünnchen, der Name Stickhaus, den ein in der Nähe liegendes, der Pfarrei Bingenheim gehörendes Wiesengewann führt, sowie die Nähe der genannten Mühle die ehemalige Existenz eines Ortes zu bezeichnen scheinen. Wenn nun Hr. Dr. Landau in Urkunden gefunden hat, daß die mehreren Bezirke, in welche das Wiesenthal der Horlof bei Bingenheim eingetheilt gewesen, Breul genannt worden seyen, dann hat man wohl unter diesem Wiesenthale nicht das Ried, sondern die Wiesen bei Bingenheim links der altes Bach zu verstehen. Wohl mögen aber auch dort nicht alle Bezirke Breul geheißen haben, sondern nur diejenigen, welche diesen Namen noch tragen. Die größeren Bezirke in dem ersterwähnten, dem alten Riede, rechts des dermaligen Horlofbettes, heißen die großen Wehren oder die kleinen Wehren, letztere die bedeutendste Strecke in diesem Riede. Zu den kleineren Bezirken gehören der Spieß, der alte Spieß und der Damm. Dieses Ried war früher, bis auf einen kleinen District, welcher herrschaftlich ist, den Gemeinden Bingenheim, Gettenau und Heuchelheim gemeinschaftlich gehörende Almende. Alljährlich erhielt jeder Ortsbürger _______________ *) Der Ausschuß wurde namentlich zum Streifen auf umherziehendes Gesindel, besonders auf Zigeuner (Heiden), welche damals oft in größeren Trupps in den benachbarten Waldungen sich aufhielten, verwendet. Dieses Streifen nannte man den Heidenmarsch.
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