|
..^ |
24
dieser Gemeinden in dieser Wiesenfläche sein Loos. Die Riedschützen und Ausgeber aus den betheiligten Gemeinden besorgten die deßfallsige Verloosung bei ein em Schmauße, der in Bingenheim gehalten wurde, und dem jeweiligen dasigen Amtsschultheißen stand die Genehmigung dieser Verloosung zu. In neuerer Zeit haben die Gemeinden dieses Ried unter sich getheilt. Jede Gemeinde hat, je nach der Zahl ihrer Einwohner, ihr größeres oder kleineres Theil, jeder Ortsbürger in dem Riedtheile seiner Gemeinde sein Loos auf Lebenszeit erhalten. Jedem neu angehenden Ortsbürger fällt beim Absterben eines seitherigen Inhabers sein Loos zu, wenn keiner mehr da ist, der, ohne seither ein Loos beseßen zu haben, vor ihm Ortsbürger geworden ist. Alle Gewanne des Namens Breul, deren mir in der Wetterau und am Vogelsberg sehr viele bekannt sind, außer den zu den Gemarkungen Bingenheim, Blofeld und Gelnhaar gehörenden, welche schon etwas weiter von diesen Orten entfernt sind, liegen ganz dicht an den Orten, und zwar überall an den ersten Ausgängen von Quellen, an Bächen oder Flüssen, wo diese aus den Orten oder deren Umgebungen heraustreten. So z. B. am Vogelsberg bei Wenings und bei Hirzenhain. Die zwischen Bingenheim und der Bilgersheimer Mühle gelegenen Breule liegen unmittelbar unter der Stelle, wo ich, wie schon erwähnt, einen ausgegangenen Ort suche und unterhalb des schon erwähnten Breulbrünnchens. Der Blofelder Breul befindet sich mehr unterhalb des Punktes, bis zu welchem sich früher Blofeld erstreckt haben soll, und wo sich auch noch in der sogenannten Bruchwiese, ein Brunnen findet, welcher noch aus alter Zeit her ummauert ist. Die Stelle des Gelnhaarer Breul ist dicht unter den Ackergewannen Johannehof und alter Kirchhof, auf welchen vor einigen Jahren Mauersubstructionen, Ueberreste von Kellern und Feuerheerden, Scherben von irdenen Gefäßen, eisernes Hausgeräthe, Münzen aus dem 17. Jahrhundert u. a. m., gefunden worden sind, was Alles mit der in Gelnhaar gehenden Sage übereinstimmt, daß sich die sogenannte Isenburger Seite dieses Ortes, welcher im 30jährigen Kriege ganz entvölkert gesen sein soll, noch vor mehreren Generationen bis dahin erstreckt habe. Somit sprechen diese Breule keineswegs gegen die Beobachtung, daß die Wiesengewanne dieses Namens immer unmittelbar unter den Orten befindlich seyen, und zwar
|
.. |