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stets da, wohin das durch die letzteren oder an denselben vorbeifließende Wasser sein Gefälle hat. In allen mir bekannten Gemarkungen außer der Bingenheimer, in welcher sich der Name Breul findet, habe ich stets nur ein Wiesengewann gefunden, welches diesen Namen trägt. Und selbst die Bingenheimer Breule, nur durch einen sehr kleinen Zwischenraum von einander getrennt, scheinen diesen früher in sich gefaßt zu haben, so daß früher auch da nur Ein Breul war. In manchen Orten, z. B. in Glauberg, sagt man: „Sobald die Sache in den Breul getragen wird,“ d. h. sobald man anfängt, in demselben zu mähen, „ist das Heu zeitig,“ was soviel sagen soll, als: Das Mähen im Breul ist das allgemeine Signal zur Heuernte. In der Wetterau und am Vogelsberg lautet der fragliche Name im Munde des Volkes gewöhnlich Breil, hier und da auch nahezu Bruil. Bekanntlich sprechen aber auch die Bewohner dieser Gegenden das Wort Brühe als Brei hier und da auch nahezu Brui aus. Namentlich bezeichnen sie auch die Mistjauche, im Gegensatze zum consistenteren Dünger, durch Brei oder Brui. Auf dem Breul als unmittelbar unter dem Orte gelegen, fließt denn nun auch gewöhnlich die Jauche, die Brei oder Brui, aus den Hofräumen desselben ab, weßhalb auch die so benannten Wiesengewanne einen reichen Ertrag liefern. Brogil oder Brugil = sumpfiger Ort, s. historisch. Arch., VI. Bd., I. Heft, II., S. 28, Note *) dürfte nun auch dem Brei und Brui entsprechen, und der Broil eine Stelle, namentlich eine Wiese sein, welche Broi enthält, oder - auf welche solche abfließt. Und wenn in andern Gegenden unmittelbar unter den Orten gelegenen Gewanne auch im Munde des Volks, gleichwie in manchen jüngeren Flurbüchern von Wetterauer und Vogelsberger Orten nicht als Broil, sondern als Brühl, oder eigentlich mehr als Briol, erscheinen, z. B. in der Gegend von Darmstadt und im Ried in der Provinz Starkenburg, so wir dort eben auch nicht Broi oder Brui, sondern vielmehr Brüh oder eigentlich mehr Brie gesprochen, also der Brühl (Briel) eine Stelle, welche Brüh (Brie) enthält, sumpfig ist, oder - auf welche solche, nemlich aus dem Orte abfließt. Zu 4. Nicht alle herrschaftlichen Güter in den fraglichen Gemarkungen heißen Beunen oder Beunegüter.
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