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Es ist auch zu unterscheiden zwischen Beunen schlechtweg und Beunegütern. Nicht überall, wo in der in Rede stehenden Gegend der Wetterau Beunegüter sind, ist auch eine Beune im eigentlichen Sinne des Wortes. So findet sich z. B. eine solche in der Gemarkung von Blofeld nicht, während diese Gemarkung allerdings Beunegüter in sich faßt. Dagegen hat z: B. Bingenheim eine Beune, aber keine Beunegüter. Und Echzell hinwiederum hat eine Beune und Beunegüter. Außer Gettenau, welches außer der schlechtweg so genannten Beune auch noch ein „Graubeune“ hat, ist mir kein Ort der Wetterau bekannt, welches mehr denn eine Beune hätte; dagegen sind die Beunegüter, wo sich solche finden, im Ackerfelde zerstreut, und es bilden dieselben zusammenhängende Güter von 8, 12 oder mehr Morgen. Der einzelne Theil eines Inhabers heißt ein Beuneloos, und wann ein solches Loos oder mehrere derselben auf Brief- oder Lebenspacht, der den Namen Beunepacht führt, vergeben wird, dann werden dem antretenden Inhaber Parcellen aus den verschiedenen Beunegütern zugetheilt, damit derselbe gleichmäßig in besserer, wie in schlechterer Lage betheiligt ist. Ein solches Loos hält in der Regel drei oder dritthalb Morgen Ackerland. Ebenso wurde und wird es mit den Herrngütern in der Gemarkung von Bingenheim, welche früher auf Lebenszeit eines Einzelnen oder eines Ehepaares - bis zum Absterben des überlebenden Theiles - gegen einen bestimmten Kaufpreis und gegen jährlich auf den fiskalischen Speicher zu Bingenheim zu liefernden Fruchtpacht vergeben wurden, jetzt aber auf Zeitpacht vergeben werden, gehalten. Hier und da sind auch einzelne Beunegüter oder einzelne Parcellen aus solchen gegen Erbzinsen oder Erbpacht an singulos übergegangen. Was man jedoch Beune schlechtweg nennt, das ist meines Wissens überall, wo sich eine solche findet, ein geschlossenes Ganze, welches überall unmittelbar an die Orte oder an die Hausgärten derselben anstößt, und mitunter, wie z. B. bei Gettenau, weit in das Feld hinausreicht. Auch diese Beunen sind in der fraglichen Gegend herrschaftliches Gelände, aus welchem ebenfalls hier und da Parcellen gegen Erbzinsen an singulos abgetreten worden sind. Die Beune bei Bingenheim wird von jeher
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