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parcellenweise, aber stets nur auf einige Jahre, gegen Zeitpacht vergeben. Außer in den in Rede stehenden und andern Gemarkungen der Wetterau, wie z. B. in der von Holzheim, finden sich auch am Vogelsberg und dessen Uebergängen in die Wetterau solche, an die Orte oder an die Gärten derselben unmittelbar angränzende Beunen. So z. B. bei Nidda, Büdingen, Orleshausen, Bleichenbach, Bergheim (bei Ortenberg), Selters, Effolterbach, Schwickartshausen, Lißberg, Bindsachten, Kefenrod, an der Gränze zwischen den Gem. Michelbach und Rüdingshain etc. Auch diese Orte haben nur je eine Beune, deren sämmtliche Parcellen Eigenthum der verschiedenen Privaten der betreffenden Gemeinden sind. – In einer und der andern Gemarkung des Vogelsbergs findet sich übrigens ein Beune genannter, ein geschlossenes Ganze bildender Bezirk, welcher von den Orten entfernt liegt. Ich habe mich aber überzeugt, daß in der Nähe eines solchen stets ein ausgegangenes Dorf zu suchen ist. Alle mir bekannten Beunen der Wetterau und des Vogelsbergs bis auf zwei, nemlich die bei Bergheim (bei Ortenberg) und die bei Lißberg, sind Acker- oder Grabland, letzteres namentlich oft da, wo sie mit Obstbäumen besetzt sind. Die bei Bergheim und bei Lißberg aber sind jetzt Wiesenboden, waren aber in früherer Zeit ebenfalls theils Acker-, theils Grabland. Unter allen diesen Beunen ist nur die Bingenheimer noch ganz, auch in der Richtung nach dem offenen Felde hin, von einer lebendigen Hecke umgeben; alle übrigen sind nicht umzäunt. In Nidda bestand noch vor einigen Jahren der althergebrachte Gebrauch, daß man auf der dasigen Beune in der Christnacht Gotteslieder sang. Von einigen Beunen, z. B. von denen bei Gettenau und Echzell ist mir bekannt, daß auf denselben früher an Kirchweihtagen die gemeinschaftliche Tanzbühne errichtet war. In der Wetterau, wie am Vogelsberg lautet nun aber Beune - Beunde wird in beiden Gegenden nicht gehört und kommt nur in Flurbüchern etc. etc. vor – im Munde des Volks Boine, Boin, und ebenso wurde in diesen Gegenden früher das Wort Bühne als Boine ausgesprochen. Vielleicht ließe sich das bei Erklärung des fraglichen Ausdrucks auch in Betrachtung ziehen? Es scheint wenigstens dafür zu sprechen, daß sich
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