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in den Flurbüchern mancher Wetterauer und Vogelsberger Orte, in welchen man doch ein solches Grundstück allgemein die Boine nennt, von älterer Zeit her für dasselbe die Bezeichnung Bühne findet. Mehr aber noch als das, daß man anderwärts, z. B. in Orten bei Darmstadt, solche Grundstücke nicht die Boine, sondern wie man dort von jeher auch das Wort Bühne aussprach, die Bien*) nannte und nennt, Vielleicht auch, daß solche Grundstücke die Boinen (Bühnen) für die Gemeindeversammlungen waren. Oder es möchten dieselben, wie an den meisten Orten, welche eine Beune haben, solche noch in dieser Weise benutzt wird, die Stellen gewesen sein, auf welchen alle Ortseinwohner ihre Früchte zu dreschen, ihren Flachs zu rösten, ihre Flachsknoten abzutrocknen das Recht hatten. Es würde das wenigstens den in dem historischen Archiv, VI. Bd, I. Heft, S. 26, Note *, von Herrn Professor Dr. Diefenbach angegebenen Bedeutungen von Beune, althochdeutsch biunda (piunte, später peunte) als clausura und als locus cinctus & septus, nicht widersprechen, indem wohl solche Güter, eben als gebundene, geschlossene betrachtet wurden, innerhalb welcher allein jene landwirthschaftlichen Geschäfte besorgt werden durften. Und wo besondere Beunegüter neben einer Beune im eigentlichen Sinne des Wortes in einer Gemarkung sich finden, da hatten wohl in alter Zeit nur diejenigen das Recht, die Beune in der angegebenen Weise zu benutzen, welche damals jene Güter inne hatten. Die in einer Gemarkung zerstreut liegenden Beunegüter (Clausuren) mögen aber noch aus der Zeit ihren Namen tragen, zu welcher einzelne Anroder auf diesen, ihren umzäumten Gütern wohnten, – und als sich die sämmtlichen Bewohner einer Anzahl in einem gewissen Rayon, welcher nachmals eine Gemarkung bildete, befindlichen Beunen in Dörfern beisammen niederließen, richteten sie sich wohl in der Nähe derselben eine gemeinschaftliche Beune (clausura) zu dem vorstehend angegebenen Zwecke ein, was sich um so leichter in dem Falle so machte, daß das Dorf bei einer jener ursprünglichen Clau-[suren] ______________ *) Das n nasal oder so, daß es fast nicht gehört wird. Im sogenannten Ried, in der Provinz Starkenburg spricht man die Beun. Wann man aber in der Wetterau und im Vogelsberg auf die Boine geht, so geht man im Ried, z. B. in Bauschheim, in die Beun.
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